Freibadrettung in Abenden: Dorfgemeinschaft zieht erste Bilanz

Von: Nadine Tocay
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Kinder können sich in dem Freibad austoben, viele schattige Liegeplätze laden zum Verweilen ein. Foto: Tocay
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Von 10-18 Uhr werden Besucher für das Parken zur Kasse gebeten. Foto: Tocay

Abenden. „Jeder, der das vor sieben bis zehn Wochen gesehen hätte, hätte nie daran geglaubt, dass wir das hinbekommen“, sagt Rainer Graßmann und blickt auf die etwas mehr als einen Hektar große Fläche des Freibads in Abenden. Nachdem das Bad im vergangenen Jahr vor der Schließung stand, da sich kein Pächter gefunden hatte, beschloss die Dorfgemeinschaft, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Im Mai unterzeichnete sie den Vertrag mit dem Bürgermeister Marco Schmunkamp. Seitdem ist sie für den Erhalt der Badeanlage und das angrenzende Freizeitzentrum verantwortlich. „Wir haben an der Wasserqualität gearbeitet, die Steine gesäubert, Pflaster- und Plattenarbeiten vorgenommen, das Kiosk neu geordnet, die angrenzende Küche gefliest und neue Wände und Strom eingebaut wegen der Hygienevorschriften“, erzählt Graßmann.

Am 15. Juni konnte das Bad dann eröffnet werden. Viele Besucher kämen seitdem regelmäßig, mache sogar täglich; auch Schulklassen hätten schon Ausflüge in das Bad unternommen.

Für die Unterhaltung sind die Ehrenamtlichen der Dorfgemeinschaft als Betreiber alleine zuständig. Bei der Finanzierung sind sie jedoch teilweise auf öffentliche Mittel angewiesen: „Es ist die Aufgabe der Stadt nach Töpfen zu suchen. Sie selbst kann ja nicht investieren“, erklärt Ralf Heidbüchel, Vorstandmitglied der Abteilung „Freibad und Freizeitzentrum“ der Dorfgemeinschaft. Bisher habe die Kommune sich aber immer für sie eingesetzt, zeigt er sich dankbar.

Die Aufgaben vor Ort sind unter den Helfenden mit einem Zuständigkeitsplan aufgeteilt: Eine Gruppe kümmert sich um das Kiosk, der Jünglingsverein pflegt die Rasenflächen und die Hecken, der Kartenclub ist für die Poolreinigung zuständig und der Förderverein kümmert sich um die Badeaufsicht. Ausgebildete, ehrenamtliche Bademeister sorgen für den Schutz der Besucher. „Wir machen wirklich alles selbst“, sagt Graßmann. Es soll zwar alles Spaß machen, sehe auch so aus, aber es sei eine riesen Arbeit.

Und auch wenn schon alles gut funktioniere, gebe es noch viele Ideen, die die Gemeinschaft umsetzen möchte: „Unser Traum ist es, in den Schulferien Schwimmkurse anbieten zu können“, meint der Sprecher der Gemeinschaft. Dadurch, dass man auf der einen Seite des Beckens nicht über Stufen ins Becken steigt, sondern das Wasser ebenerdig beginnt und dann tiefer wird, sei es optimal geeignet, um Kindern Schwimmen beizubringen.

Auf dem öffentlichen Spielplatz, der angrenzt, gibt es weitere Möglichkeiten für Kinder, sich auszutoben. Direkt neben den Liegeflächen ist darüber hinaus ein Beachvolleyballplatz, der kostenlos bei Besuch des Bades benutzt werden kann. „Wir haben auch einen Bereich, in dem man ohne Eintritt zu bezahlen, sitzen, essen und trinken kann. Da kommen auch viele Bürger von Abenden einfach mal nach der Arbeit vorbei“, sagt Graßmann.

Gerade bei heißen Temperaturen sei das Bad gut besucht. Das läge auch an der guten Lage, meint er. Die Rurtalbahn-Station Abenden ist gerade einmal fünf Gehminuten entfernt, zudem läuft der Rurufer-Radweg dort vorbei. Touristen fanden auch schon den Weg ins Bad. „Manche Urlauber kommen schon seit Jahrzehnten nach hier und wollen ihren Kindern zeigen, wo sie selbst als Kind geschwommen sind“, erinnert er sich.

1972 wurde das Freibad eröffnet – damals ebenfalls unterhalten von Abendener Einwohnern. Erlebt haben zu dürfen, wie es schön es früher dort war, sei ein maßgeblicher Antrieb gewesen, sich um das Bad zu kümmern, meint Graßmann.

Der Eintritt kostet 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Gruppen erhalten eine Ermäßigung. Ab 17 Uhr wird der Preis halbiert. Weitere Informationen zu dem Bad und den tagesaktuellen Öffnungszeiten gibt es unter freibad-abenden.jimdo.com.

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