Düren - Frauenbüro will für Thema Genital-Beschneidung sensibilisieren

Frauenbüro will für Thema Genital-Beschneidung sensibilisieren

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Beschneidung Düren DZ
Gemeinsam wollen sie in informieren und aufklären: Christina van Essen, Mitarbeiterin im Frauenbüro, Antje Pütz von der Buchhandlung Thalia und Gilla Knorr, Leiterin des Frauenbüros der Stadt Düren.

Düren. In anderen Kulturkreisen wird es oft als religiöse und gesellschaftliche Pflicht angesehen, für uns ist es eine schwere Menschenrechtsverletzung: Die Genital-Beschneidung von Mädchen im Alter von fünf bis zehn Jahren.

„Das Thema ist längst bei uns angekommen”, sagt Gilla Knorr, Leiterin des städtischen Frauenbüros, „denn tausende von Migrantinnen aus Ländern mit derartigen Ritualen leben hier.” Entschlossen setzt sie sich für Enttabuisierung und Aufklärung ein.

Der barbarische Ritus wird immer noch praktiziert

Ärztinnen, Ärzte, Pädagoginnen und Pädagogen an weiterführenden Schulen in Düren, die Bevölkerung und betroffene Frauen sollen informiert und sensibilisiert werden. Genitalverstümmelung ist ein Gewaltakt gegen Frauen und Mädchen mit meist lebenslangen schwerwiegenden körperlichen und psychischen Folgen.

Noch immer wird dieser Ritus in 28 afrikanischen Ländern praktiziert, kommt aber auch im südlichen Teil der arabischen Halbinsel sowie in Teilen Asiens vor. Nach Schätzungen des NRW-Gesundheitsministeriums sind rund 5600 Frauen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen davon bedroht oder betroffen. Auch in Düren gebe es afrikanische Frauen, die unter kulturellem und familiären Druck stehen, diese Tradition fortzusetzen, betont Knorr.

In Deutschland ist das strafbar

Manchmal sei es ihnen nicht einmal bekannt, dass derartige Verstümmelungen in Deutschland strafbar seien. „Wenn doch, kommt es nicht selten vor, dass Zugewanderte ihre jungen Töchter auf Ferienreise in die Heimat schicken und bewusst diese grausame Prozedur, die ohne Betäubung mit Rasierklingen, Scheren oder Glasscherben vollzogen wird, an ihnen vornehmen lassen”, weiß die Frauenbeauftragte. Nur allmählich finde ein Umdenken statt.

„Daher brauchen betroffene Frauen und Mütter, die ihre Töchter vor diesem Schicksal bewahren möchten, Unterstützung.” Auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen wurde eine Telefonberatung in sechs Sprachen eingerichtet. Um auch in Düren für das Thema zu sensibilisieren, führt das Frauenbüro jetzt mit der Stadtbücherei, der Buchhandlung Thalia und der Mayerschen Buchhandlung eine Büchertischaktion durch.

Interessierte haben bis zum 19. Februar die Möglichkeit, sich dort umfassend über das Thema „Weibliche Beschneidung” zu informieren.
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