Kreis Düren - Frauen-Union feiert ihren 50. Geburtstag

Frauen-Union feiert ihren 50. Geburtstag

Von: Stephan Johnen
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„Es ist möglich, partnerschaftlich gute Politik zu machen und zu gestalten“, sagen Patricia Peill (links) und Gudrun Seemann. Dafür stehe nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Gesellschaft verändert sich. „Und Frauen sind der Motor für gesellschaftliche Veränderungen“, ist Dr. Patricia Peill, Vorsitzende der Frauen-Union im Kreis Düren, überzeugt. Vieles sähe heute anders aus, wenn nicht Frauen – unabhängig von der politischen Couleur – zunehmend ihre Sicht eingebracht, ihren Standpunkt vertreten hätten.

Ob Gleichberechtigung, Erziehungsgeld, Rechtsanspruch auf Kindergartenplätze, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder ein Porträt von Angela Merkel in einer Reihe von CDU-Bundeskanzlern, an deren Anfang Konrad Adenauer steht: „Die Bilanz der Erfolge von Frauen in der Politik kann sich sehen lassen“, ist Patricia Peill überzeugt.

„Doch zu tun gibt es noch genug.“ Daher sei auch 50 Jahre nach der Gründung der Frauen-Union im Kreis Düren, die 900 Mitglieder hat und am Sonntag im Leopold-Hoesch-Museum Geburtstag feiert, die Arbeit nicht getan.

Kinder-Küche-Kirche?

„Meine Vorgängerinnen wollten weg von dem Kinder-Küche-Kirche-Image“, sagt Gudrun Seemann. Die 77-Jährige ist seit 40 Jahren Mitglied der Frauen-Union, war von 1991 bis 1999 Kreisvorsitzende. 1964 wurde die Interessenvertretung an der Rur gegründet, sieben Jahre nach dem ersten Gleichberechtigungsgesetz, das es Frauen erlaubte, auch ohne Einwilligung des Ehemanns berufstätig zu sein.

Während des Zweiten Weltkriegs hatten viele Frauen Aufgaben und Tätigkeiten übernommen, die zuvor nur von Männern erledigt worden waren. Danach seien die Frauen „in das alte Rollenbild als Hausfrau und Mutter zurückgefallen“. Aufgabe der Frauen-Union war es, Frauen zunächst für Politik zu interessieren, sie dann in die Arbeit einzubinden – und ein Netzwerk zu schaffen.

Zu den ersten Themen, die die Frauen an der Rur auf die Agenda setzten, gehörte das Nadelgeld, eine Art Taschengeld, das Frauen von ihren Ehemännern erhalten sollten. Schnell wurden auch Themen wie Selbstständigkeit sowie Beruf und Familie diskutiert; die Frauen beschäftigten sich mit der Familien- und Jugendhilfe beziehungsweise brachten diese Themen auf die Tagesordnungen. „Frauen haben Soziales mehr im Blick“, findet Gudrun Seemann.

Während ihrer Amtszeit habe die politische Bildung einen besonderen Stellenwert eingenommen. Frauen wurden ermutigt, auch politische Ämter zu bekleiden, es gab Rhetorikseminare und Fortbildungsangebote. „Wir haben viel bewirkt, indem wir die männlichen Kollegen für viele Themen, die Frauen und Familien betreffen, sensibilisiert haben“, ist Gudrun Seemann überzeugt.

Auch für die Frauenquote in Parteigremien wurde gekämpft. Ortsvereinsvorsitzende konnten damit rechnen, im Vorfeld von Neuwahlen Telefonate von Gudrun Seemann zu bekommen. „Ich konnte mich gut in Erinnerung bringen“, sagt sie.

Von der Arbeitspolitik bis zur Zuwanderung seien Frauen heute in die politische Entscheidungsfindung eingebunden, bilanziert Patricia Peill. Dennoch müsse die (Lokal-)Politik auch neue Wege gehen, um mehr Mitarbeit zu ermöglichen. Beruf, Familie, Hobby – für politisches Engagement fehle oft die Zeit. Statt „Monolog-Veranstaltungen“ müsse es modernere Formate geben. Sie nennt den Begriff „Home-CDU“. Vieles könne im Vorfeld der Sitzungen vorbereitet werden, es müsse wie in der Wirtschaft produktive Arbeitstreffen geben, bei denen in kurzer Zeit viel geschafft wird.

Und wie definiert Patricia Peill ein modernes Frauenbild? Dazu sagt sie nur einen Namen: Annegret Kramp-Karrenbauer. Die saarländische Ministerpräsidentin ist Festrednerin am Sonntag und verkörpere ein „absolut modernes Frauenbild“. Sie vereine Familie und Beruf, Partnerschaft und Kinder, habe einen 360-Grad-Blickwinkel und fördere Frauen und Männer gleichermaßen.

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