Frauen setzen Zeichen gegen ungleiche Löhne

Von: Nadine Preller
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Informative Handtasche: Diese
Informative Handtasche: Diese sowie ein aufklärerisches Programm zeigt Frauenbeauftragte Gilla Knorr (vorne 3. v.l.) mit ihren Mitstreiterinnen Dürener Institutionen und Parteien am Foto: Nadine Preller

Düren. Grundgesetz, Artikel Drei, Absatz Zwei: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.” Was schwarz auf weiß in der politischen Grundordnung für die Bundesrepublik steht, sieht Gilla Knorr vom Frauenbüro längst nicht in die Tat umgesetzt.

Beispiel Entgeltgleichheit: „Eigentlich muss man hier von einer Entgelt(un)gleichheit sprechen”, sagt die Leiterin.

„Fakt ist, dass sich in Deutschland seit Jahren in puncto gleicher Bezahlung äußerst wenig getan hat. Im Schnitt verdienen Frauen 23 Prozent weniger als Männer. Das ist ein Skandal.” Und dass die Republik im Vergleich mit anderen Ländern eines der Schlusslichter im internationalen Ranking bildet, setze nach Knorr dem ganzen noch die Krone auf.

Grund genug für die Frauenbeauftragte, zum Internationalen Frauentag am 8. März auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. „Lohngleichheit wird in diesem Jahr bei uns das ganz große Thema sein”, sagt sie. Unterstützt wird Knorr dabei von einer ganzen Liga engagierter Frauen, die sich unter anderem in der Schwangerschaftsberatung, bei Verdi oder Frauen helfen Frauen engagieren.

Anfang März treten sie alle im Rathaus an die Öffentlichkeit. Denn im Zentrum der Stadt findet das Programm zum Frauentag statt. Andrea Jochmann-Döll, Expertin in Sachen Entgeltgleichheit, wird über Parität im Beruf referieren. Nebst Informativem versteht Knorr den Abend im Rathaus auch als geeignete Plattform für engagierte Frauen, neue Kontakte zu knüpfen und Kraft zu schöpfen im stetigen Bemühen um Gleichberechtigung. Einen geeigneten Rahmen hierfür dürfte der Auftritt von Heike Radler bieten, die mit Chansons und Evergreens, vor allem aber viel Charme und Spontaneität das Publikum unterhalten will.

Nebst Infomaterial für die Besucher, verpackt in einer grünen Papphandtasche, ist eine Ausstellung zu sehen: Infotafeln enthüllen den Ist-Stand zum Durchschnittseinkommen in Deutschland oder der Anzahl der Frauen in Vorständen. Im Jahr 2001 bilden diese demnach einen minimalen Anteil am Kuchen, nämlich 3,1 Prozent von den mit folglich 96,9 besetzten männlichen Posten. „Die Tafeln sollen später in Form einer Wanderausstellung an Institutionen und Schulen weitergereicht werden”, sagt Knorr.

Denn an die breite Öffentlichkeit gehen, darin sieht sie den Hauptauftrag. Dem pflichtet Verena Schloemer (Die Grünen) bei: „Wir sind nicht Gesetzgeber. Aber wenn wir von der Basis aus immer wieder in die Wunde drücken und öffentlich Zeichen setzten, können wir etwas bewirken.”
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