Franziskaner feiern ihre Grundsteinlegung in Vossenack

Von: Stephan Johnen
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Am 29. Juni 1966 wurde in Vossenack der Grundstein für Kloster, Kirche, Internat und Schule gelegt. Die Baukosten betrugen damals zwölf Millionen Mark. Foto: Stephan Johnen
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Bruder Wolfgang Mauritz ist Hausoberer des Klosters.

Vossenack. Der kleine Ort Vossenack ist nicht gerade der Nabel der Welt. Siedelten und siedeln sich die Franziskaner seit Jahrhunderten meist am Rand der Städte an, fand die Grundsteinlegung auf einer der damals größten Baustellen Nordrhein-Westfalens beinahe im Niemandsland statt. 50 Jahre ist das her, am 29. Juni 1966 begannen die Arbeiten.

25 Morgen Wiese und „größtenteils zerschossenen Wald“ hatten die Brüder für 5000 Mark erworben, ein symbolischer Kaufpreis. Das Gelände war zum Teil noch von Schützengräben durchzogen und musste entmint werden.

„Der Ort war ideal“, blickt Bruder Wolfgang Mauritz, Hausoberer (Guardian) des Franziskanerklosters Vossenack, auf die damalige Entscheidung zurück. Zum einen gab es zwischen Düren und Monschau kein Gymnasium, zum anderen sei gerade im Angesicht der Nähe des ehemaligen Schachtfeldes Hürtgenwald und der benachbarten Kriegsgräberstätte allen klar gewesen, welchen Beitrag eine Schule bei der Erziehung junger Menschen leisten muss, damit sich solche Gräuel niemals wiederholen.

„Dem christlichen Menschenbild verpflichtet“, nennt Bruder Wolfgang das. Ein Leitgedanke, der sich trotz aller Änderungen wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahrzehnte ziehe. Denn die einstige Ausbildungsstätte des Ordens wurde schnell zur öffentlichen Schule, auch Mädchen zogen in die Klassen ein. Gebaut wurde die Schule für 200 Schüler, heute sind es 600. Nach wie vor gibt es Schüler im Internat, doch dort haben mittlerweile auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und junge Asylbewerber eine Heimstätte gefunden.

„Nach wie vor bestimmt der Dreiklang aus Schule, Internat und Kloster unsere Arbeit, unser Wirken“, sagt Bruder Wolfgang. „Wir wollen dafür Sorge tragen, dass das Franziskanische auch in Zukunft sichtbar ist.“ Die Feiern zum Jubiläum werden am 29. Juni mit einer „Fest-Akademie“ für geladene Gäste eingeläutet, viele weitere Veranstaltungen folgen (Infokasten).

Bevor die Franziskaner nach Vossenack kamen, führten sie ein Gymnasium und Internat im niederländischen Exaten bei Roermond. Dies hatte historische Gründe: Die Franziskaner der Kölnischen Ordensprovinz durften Ende des 19. Jahrhunderts während des Kulturkampfes im damaligen Preußen keine Ausbildungsstätten unterhalten und ließen sich in den Niederlanden nieder. 1927 übernahmen sie das Kloster Exaten. Weil die Schülerzahl so stark stieg, reifte die Entscheidung, im Rheinland ein größeres Haus zu bauen.

Die Entscheidung fiel auf Vossenack. Während der neue Komplex von 1966 bis 1967 errichtet wurde, mussten zeitgleich der Umzug von Schule, Kloster und Internat und der Verkauf der Immobilien vorbereitet werden. Die Baukosten betrugen rund zwölf Millionen Mark.

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