Düren - Franz Müntefering hält Vortrag in Düren

Franz Müntefering hält Vortrag in Düren

Von: Sandra Kinkel
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Im Beisein von Bürgermeister Paul Larue (l.), seiner Stellvertreterin Liesel Koschorreck und Lions-Club-Präsident Frank Schnorrenberg hat Franz Müntefering sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Foto: kin

Düren. „Dieser Clubabend gehört ganz bestimmt zu den Höhepunkten meiner Präsidentschaft.“ Frank Schnorrenberg, amtierender Präsident des Lions-Clubs Düren, kann einen ganz besonderen Gast begrüßen. Franz Müntefering (75), ehemaliger Vizekanzler und Bundesvorsitzender der SPD, ist am Montagabend zu Gast an der Rur.

 „Weniger, Älter, Bunter – Chancen und Risiken des demografischen Wandels“ war das Thema seines Vortrags. „Ich kenne Staatssekretär Achim Großmann“, sagt Frank Schnorrenberg. „Und über diesen Kontakt ist es mir gelungen, Franz Müntefering für einen Lions-Abend in Düren gewinnen zu können.“

„Ich komme immer gerne zu Lions“, sagt Müntefering. „Ich weiß, wie wichtig ehrenamtliches Engagement in unserer Gesellschaft ist. Und da sind die Lionsfreunde immer ganz vorne mit dabei.“ In seinem Vortrag geht Müntefering auf wichtige gesellschaftspolitische Fragen ein – Bildung, Demografie und Zuwanderung sind die Themen, denen er sich nähert. „Es gibt in unserem Land Tendenzen“, hat der SPD-Politiker beobachtet, „dass wir uns nur noch um uns selbst kümmern und andere, schwächere Gruppen ausgrenzen. Da muss die Politik gegensteuern. Wir brauchen eine vernünftige, friedliche und verantwortbare Politik.“

Im Jahr 2040 liege die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 85 und 90 Jahren. Müntefering: „Und wir werden relativ gesund alt. Dreiviertel aller 80-Jährigen leben heute noch allein. Dafür müssen wir geeigneten, stadtnahen Wohnraum finden.“ Gleichzeitig gehe es aber auch darum, das Alterssicherungssystem zu erneuern. Müntefering: „Heute kommen auf jeden Rentner drei Menschen im Erwerbsalter. In 15 Jahren liegt dieses Verhältnis nur noch bei 1:2. Das führt zu Problemen.“

Er sei nach wir vor der Meinung, dass die, die können, bis zu ihrem 67. Lebensjahr arbeiten müssen. Gleichzeitig, ist Müntefering überzeugt, müsse es gelingen, jungen Leuten mehr Chancen und Berufsaussichten in ihrer eigenen Stadt aufzuzeigen. „Natürlich soll unsere Jugend auch die Welt kennenlernen. Aber der Anschluss nach Hause muss bleiben. Auch wenn Familien räumlich heute nicht mehr so eng zusammenleben wie früher, so bleibt die Familie doch die wichtigste Keimzelle unserer Gesellschaft.“

Wichtig sei es zudem, einen europaweiten Arbeitsmarkt zu organisieren. „Wir müssen mit Zuwanderung anders umgehen. Es kommen Asylbewerber nach Deutschland, aber es kommen auch Menschen aus dem europäischen Ausland, die bei uns arbeiten möchten. Dafür müssen wir gewappnet sein.“

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