Düren - Frank Krüttgen behandelt nicht nur Sportlerwaden

Frank Krüttgen behandelt nicht nur Sportlerwaden

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Knetet die Beine von Musikstar
Knetet die Beine von Musikstars: Frank Krüttgen, Physiotherapeut von Evivo Düren. Foto: Röber

Düren. Wenn am Mittwochabend Chris Thompson, Ian Gillian, Steve Lukather, Jimi Jamison und Robin Beck in der Arena Kreis Düren auf der Bühne stehen, hat Frank Krüttgen zwei wachsame Augen darauf.

Der Physiotherapeut des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren knetet nicht nur die Beine der Sportler. Der 43-Jährige behandelt inzwischen auch einige Größen der Musikszene. Unter anderem ist er bei seinem „Heimspiel” am Mittwochabend in der Arena Kreis bei „Rock meets Classic” dabei.

„Das ist schon tolles Arbeiten. Es ist eine eigene Welt für sich, aber die Künstler sind allesamt klasse”, gerät Frank Krüttgen ins Schwärmen. Und wirklich alle Künstler sind klasse? Krüttgen grinst vielsagend. Natürlich gehört auch die Verschwiegenheit zu einer seiner Pflichten.

An die Beine, Rücken und Arme der Musikstars ist Krüttgen, der eine Praxis in Eschweiler hat, eher zufällig geraten. 2009 war er beim Eschweiler Music Festival. Organisator Max Krieger war dort ein wenig im Stress. Also bot Krüttgen an, die Band The Bosshoss zu behandeln. Eigentlich war es mehr im Spaß gemeint. Aber der Organisator willigte ein, Frank Krüttgen machte seine Arbeit - und kam ein Jahr später wieder.

2010 waren Chris Thompson und Julia Neigel in Eschweiler zu Gast. Krüttgen behandelte Julia Neigel 45 Minuten lang vor ihrem Auftritt und machte dabei anscheinend so viel richtig, dass die Sängerin begeistert war. „Daraus ist eine super Freundschaft entstanden”, sagt Krüttgen. Und schon war der Physiotherapeut drin in der Szene, in der jeder jeden irgendwie kennt.

Talent, zur richtigen Zeit am richtigen Ort - es kamen einige Dinge zusammen. In jedem Fall ist es keine ganz alltägliche Geschichte. Aber das passt zu dem 43-Jährigen. Die Physiotherapiepraxis etwa hat er erst im Jahr 2000 eröffnet. Kurz zuvor hat er beruflich noch etwas ganz anderes gemacht: Frank Krüttgen war Schlosser.

Und er spielte Eishockey. In Eschweiler, Aachen, Hamm und bei den Junghaien in Köln. Diese Sportart bringt viele Verletzungen mit sich. Krüttgen war öfters verletzt, wurde mehrfach operiert und begann, sich intensiv mit der Anatomie und Verletzungen auseinanderzusetzen. Er erwarb nebenbei kleine Scheine im Tapen und Bandagieren und absolvierte schließlich die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Dann hängte er ein Studium der Osteopathie an. Bereits seit 1996 hat er sein eigenes Fitnessstudio. Er kündigte seinen Job und begann etwas völlig Neues.

Mit seinem Team (Olivier Nols, Raphael Weiskopf, Beate Hermanns, Christina Coppeneur und Petra Leuschner) wartete er nach der Praxiseröffnung nicht nur in dieser auf Patienten, sondern „ging raus”. So betreut er seit 2003 die Amateurfußballer von Germania Dürwiß. „Eine sehr gute Schule”, sagt Krüttgen. 2010 wurde er dann von Evivo angesprochen und sagte gleich zu.

Egal ob im Sport oder bei den Musikern: Vor allem Flexibilität ist gefragt. So wird an Wochenenden ebenso ohne zu murren gearbeitet wie in der Nacht. Bei „Rock meets Classic” kümmert sich Krüttgen bis ein, zwei Uhr in der Nacht um die Stars.

Mit Julia Neigel war und ist er auf Tour, und auch das Team von Rock meets Classic begleitet er derzeit durch Europa. „Das gibt es schon unglaubliche Augenblicke”, erzählt Krüttgen. So stand er hinter der Bühne, als Jimi Jamison von Survivor „Eye of the Tiger” zum Besten gab - und als Dank, weil er ohne Bandagen auf die Bühne konnte, Frank Krüttgen während des Liedes zuzwinkerte und den Daumen hob.
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