Düren - Foto-Wettbewerb der Stadt Düren: Was beschäftigt Teenager?

Foto-Wettbewerb der Stadt Düren: Was beschäftigt Teenager?

Von: Stephan Johnen
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Kreative Ideen sind gefragt: W
Kreative Ideen sind gefragt: Während Dustyn (vorne links) und Luca ihr Bild schon geschossen haben, warten Sven, Norbert Breuer und Michael Nepomuck (hinten, von links) noch auf Wettbewerbsbeiträge. Foto: Johnen

Düren. Was wirklich in den Köpfen vieler Jugendlicher vor sich geht, kann Norbert Breuer trotz aller Lebens- und Berufserfahrung oft nur erahnen. Dabei hat der 59-Jährige einen guten Draht zu den Heranwachsenden.

Kein Wunder, schließlich ist Breuer Leiter des Jugendheims in Echtz. Was die Jugendlichen bewegt, wie sie drauf sind - Breuer und seine Kollegen wollen täglich aufs Neue versuchen, „dahinter zu steigen”.

Mit einem Bild Anstöße geben

Die Mitarbeiter der Mobilen und Offenen Jugendarbeit der Stadt Düren haben daher einen Handy-Foto-Wettbewerb ins Leben gerufen, von dem sie sich neben originellen künstlerischen Beiträgen auch die ein oder andere Antwort auf offene Fragen erhoffen.

Pixel für Pixel soll sich auch für Erwachsene außerhalb der Jugendarbeit eine andere Welt erschließen.

„Wir wollen Kindern und Jugendlichen die Chance geben, Kritik und Lob an ihrem Wohnumfeld künstlerisch zum Ausdruck zu bringen”, erklärt Michael Nepomuck von der Mobilen Jugendarbeit.

Plätze, die den jungen Leuten am Herzen liegen oder auch Orte, an denen sie sich nicht wohlfühlen: In der Rubrik „Wir hier” sind durchaus Bilder gefragt, die den ein oder anderen Anstoß für Diskussionen geben könnten.

Jedoch muss nicht jedes Bild ein Politikum sein: Unter dem Titel „Cool” sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, es gibt keine thematische Eingrenzung.

Das Handy haben die Organisatoren des Wettbewerbs ganz bewusst zum Handwerkszeug der jungen Fotografen bestimmt: „Ein Mobiltelefon ist mehr als eine Gegensprechanlage.

Man kann die die Möglichkeiten der Geräte ganz gezielt nutzen, um andere Menschen mit einer Botschaft zu erreichen.” Ja, ein Stück weit kann der Wettbewerb Forum für Jugendliche und sogar Lobbyarbeit sein.

Und Lobbyarbeit ist aus Sicht der Pädagogen auch nötig. „Oft haben wir es mit angstbesetzen Klischees zu tun”, bedauert Norbert Breuer. Eine Welt, die immer komplexer und schwieriger werde und eine Gesellschaft, die permament unter Druck stehe, hätten auch Auswirkungen auf das Leben und das Verhalten von Kindern und Jugendlichen.

„Als ich jung war, stand uns die Welt offen”, blickt Breuer zurück. „Heute sieht es anders aus.” Doch möchte Breuer selbst nicht Klischees bedienen.

Er stellt lieber diese Fragen: „Wie oft werden Jugendliche eigentlich von Erwachsenen gefragt, was sie gut finden oder was ihnen wichtig ist? Und was sagt es über das Bild der Erwachsenen aus, wenn Jugendliche gar nicht erwarten, dass die Erwachsenen Wort halten?”

„Gedankenarbeit”, so formuliert es Breuer, gibt es wohl bei Alt und Jung genug. Und der ein oder andere Berührungspunkt zwischen zwei manchmal recht unterschiedlichen Welten könne nicht schaden. „Lernt uns doch mal kennen”, lädt der zwölfjährige Dustyn die Erwachsenen ins Jugendheim ein. Wer weiß, vielleicht wird es für alle Beteiligten spannend.

Teilnahme ist noch bis Ende Februar möglich

Der Wettbewerb läuft bis Ende Februar. Teenager und Jugendliche im Alter von elf bis 21 Jahren sind eingeladen, ihre schönsten, witzigsten und kritischsten Handy-Fotos per E-Mail an norbertbreuer@jugend-total.de zu senden.

Es gibt zwei Kategorien: „Wir hier” soll etwas mit dem Stadtteil zu tun haben, in dem die Jugendlichen das Foto gemacht haben. „Cool” ist eine Freistil-Kategorie. Den Gewinnern winken Preise, eine Jury wählt die besten Bilder aus.

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