„Forum Medizin hautnah“ zum Thema Darmkrebs

Von: Sarah Maria Berners
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Kooperationspartner: Dr. Horst Kinkel, Barbara Feykens, Dr. Michael Flaßhove und Dr. Serhat Aymaz. Foto: smb

Düren. Ab dem 55. Lebensjahr haben Männer und Frauen alle zehn Jahre Anspruch auf eine Darmspiegelung. „Im Kreis Düren nutzen aber nur 6,48 Prozent unserer Versicherten dieses Angebot“, sagt Barbara Feykens von der AOK. Damit liegt der Kreis noch im oberen Drittel der NRW-Tabelle.

„Die Darmspiegelung ist eine Vorsorgeuntersuchung, die als belastend empfunden wird. Man muss abführen, man muss einen Tag freinehmen“, erklärt Feykens. Und auch Dr. Michael Flaßhove, Chefarzt der Klinik für internistische Onkologie am Krankenhaus Düren, weiß: „Es ist sicher die eingreifendste und unangenehmste Vorsorgeuntersuchung. Aber wir möchten den Menschen die Angst davor nehmen.“

Die Vorsorgeuntersuchungen und die Heilungschancen bei Darmkrebs sind am Dienstag, 24. November, ab 18 Uhr Themen des Forums „Medizin hautnah“, das von unserer Zeitung, dem Krankenhaus und der AOK angeboten wird.

Über das Thema Brustkrebs wird mittlerweile offen gesprochen, es wurden Bücher geschrieben. Darmkrebs aber ist noch immer ein tabuisiertes Thema. Dabei belegt Darmkrebs in der Statistik der häufigsten Krebsarten bei Männern und Frauen Platz zwei.

Oberstes Ziel der Mediziner ist es, die Krankheit oder ihre Vorstufen früh zu erkennen. „Es gibt nur wenige Vorsorgeuntersuchungen, die so effektiv sind, wie die Darmspiegelung“, sagt Dr. Serhat Aymaz. Der Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie betont: „Je später ein Tumor entdeckt wird, desto schwerer ist er zu behandeln.“

90 Prozent der Tumore im Darm entwickelten sich aus einer gutartigen Vorstufe, Polypen könnten schon bei der Spiegelung entfernt werden. Es dauere etwa zehn Jahre, bis sich aus einer Vorstufe ein bösartiger Tumor entwickelt. „Das heißt, wir haben Zeit, um sie zu entfernen“, betont der Mediziner. „Die Vorsorge rettet Leben.“

Außerdem sei das Abführen vor der Darmspiegelung heute angenehmer als vor einigen Jahren: „Früher mussten vier Liter Abführmittel getrunken werden, Patienten mussten vier Tage nüchtern bleiben. Heute sind es zwei Liter an zwei Tagen und ein Vormittag mit nüchternem Magen“, betont Aymaz, der bei „Medizin hautnah“ mehr zu diesem Thema und zur Arbeit im Darmkrebszentrum berichten wird.

Er und sein Kollege Dr. Horst Kinkel setzen auf das System „Stille Post“ und hoffen, dass es sich rund spricht, dass die Vorsorgeuntersuchung weniger schlimm ist als ihr Ruf. „Es gibt EU-weite Projekte, in denen Mediziner versuchen, darauf aufmerksam zu machen“, erklärt Kinkel.

Neben der Angst vor der Untersuchung spielt auch die Angst vor dem Ergebnis eine Rolle. Aber auch, wenn sich ein Tumor entwickelt hat, können die Mediziner helfen: „In sogenannten Tumorkonferenzen kommen Ärzte aus verschiedenen Disziplinen zusammen und besprechen die Therapiemöglichkeiten“, erklärt Kinkel.

In der Informationsveranstaltung wird Dr. Hermann Janßen, Chef der Allgemeinchirurgie, über Operationen sprechen, Dr. Flaßhove wird die Möglichkeiten der Strahlentherapie erläutern. Dabei werden die Mediziner auf frühe Krebsstadien ebenso eingehen wie auf Metastasierungen.

„In vielen Fällen gibt es gute Heilungschancen“, betont Flaßhove, der auch darauf verweist, dass es wichtig sei, beispielsweise mit einer Strahlentherapie das Rückfallrisiko zu minimieren. Umso früher ein Tumor behandelt wird, desto besser. „Deswegen raten wir: Gehen Sie zur Vorsorge!“

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