Forschungsprojekt: Sicherheitskonzept der Annakirmes angepasst

Von: Sarah Maria Berners
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Die von weitem sichtbaren Fluchtwege sind nur ein Baustein des Sicherheitskonzeptes für die Annakirmes. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Basigo“ wurde nun an einigen Stellschrauben gedreht. Foto: Sarah Maria Berners
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Gespräch über die Sicherheit: Platzmeister Achim Greiff (v.l.), Jürgen Fischöder (Vermessungsamt) und Bürgermeister Paul Larue.

Düren. „100-prozentige Sicherheit ist auf der Welt nicht zu haben“, sagt Bürgermeister Paul Larue. „Aber wir haben die unbedingte Pflicht, bei Veranstaltungen wie der Annakirmes für die größtmögliche Sicherheit der Besucher zu sorgen.“

Um Großveranstaltungen – nicht nur an der Rur – sicherer zu machen, hat sich die Stadt an dem Forschungsprojekt „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“, kurz „Basigo“, beteiligt. In den vergangenen Jahren haben sich unter anderem Wissenschaftler verschiedener Disziplinen die Kirmes genau angeschaut, die Besucherströme untersucht und einen Sirenentest gemacht.

„Wir hatten auch vorher schon ein Sicherheitskonzept, das die Wissenschaftler für gut befunden haben“, sagt Platzmeister Achim Greiff. An vereinzelten Stellschrauben habe man aber noch drehen können. So hätten die Wissenschaftler festgestellt, dass mehr Besucher als erwartet den Kirmesplatz über die Rütger-von-Scheven-Straße betreten würden. „Das haben wir nun zum Anlass genommen, dort, wo ja auch ein Parkplatz ist, etwas mehr Platz zu schaffen. Deswegen haben wir an dieser Stelle auf einen Stand verzichtet“, erklärt Greiff.

Auch auf die Ergebnisse des Sirenentests im vergangenen Jahr haben die Kirmesorganisatoren reagiert: Der Test hatte ergeben, dass die Sirene nicht an allen Stellen auf dem Platz laut genug zu hören war. Mit der Sirene werden die Schausteller dazu aufgefordert, ihre Musik abzuschalten, damit Sicherheitsdurchsagen für alle hörbar sind. „Wir haben den Standort der Sirene verändert. Sie ist jetzt höher angebracht, es gibt keine störenden Bäume, und sie beschallt den Platz in die Hauptwindrichtung“, erklärt Jürgen Fischöder, Leiter des Vermessungsamtes.

In diesem Zusammenhang sei auch die Zahl der Stellen, von denen die Durchsagen erfolgen, von sieben auf zwölf erhöht worden. Texte für verschiedene Szenarien lägen vor. Per Funk könnten Feuerwehr, Polizei, Schausteller und Mitarbeiter der Stadt stetig in Kontakt bleiben.

Als weitere Änderung wurde der Fluchtweg, der bislang auf dem Wassergewinnungsgelände endete, nun an die Rütger-von-Scheven-Straße angebunden, so dass die Besucher das Gelände auch wirklich verlassen können. Die Beleuchtung des südlichen Fluchtwegs wurde bis zum Hundesportplatz ausgedehnt.

Ein besonders kritischer Punkt war die Bahnstrecke, die als Toilette und beim Feuerwerk gerne auch als Tribüne genutzt wurde. Ein 300 Meter langer Zaun soll dort für Sicherheit sorgen. Die Führer der Rurtalbahn hätten auch bei reduzierter Geschwindigkeit keine Chance, rechtzeitig zu bremsen, wenn jemand plötzlich auf den Gleisen stehen würde. „Wir haben mit zusätzlichen Urinalen und verstärkten Kontrollen schon versucht, organisatorisch etwas zu verändern. Aber eine technische Lösung war unabdingbar“, betont Fischöder.

Dieser neuralgische Punkt ist ein Beispiel dafür, wie das Sicherheitskonzept des großen Volksfestes ständig weiterentwickelt wird. „In dem Projekt ‚Basigo‘ waren wir aber nicht nur Lernende“, betont Larue. Was organisatorische Abläufe während des Volksfestes betreffe, aber auch deren Vorbereitung in verschiedenen Zuständigkeitsbereichen, könnten andere Organisatoren von dem Dürener Know-how profitieren.

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