Forschungsprojekt: Aus Abwasser Energie gewinnen

Von: ja
Letzte Aktualisierung:
11732500.jpg
Staatssekretär Thomas Rachel (CDU, r.) übergab einen Förderbescheid des Bundes an Heimbach-Geschäftsführer Peter Michaels. Foto: Abels

Mariaweiler. Im Abwasser schlummert Energie, viel Energie, vor allem in dem der Papierindustrie. Energie, die bislang ungenutzt bleibt. Das soll sich ändern.

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 810.000 Euro geförderten Projekt wollen Experten verschiedener deutscher Hochschulen Carbonfasermodule zur Energiegewinnung im industriellen Abwasser zur Marktreife bringen.

Mit im Boot sitzt das Dürener Traditionsunternehmen Heimbach, das mit rund 35.000 Euro zwar die kleinste Fördersumme erhält, aber mit seiner langen Erfahrung im Bereich technischer Textilien für einen wichtigen Baustein im Gesamtkonzept verantwortlich zeichnet: die Herstellung dreidimensionaler Carbonfasermodule. Diese Module sollen bei der Stromerzeugung aus Mikroorganismen helfen.

Bislang ist der Werkstoff vor allem aus der Luft- und Raumfahrt bekannt. Er ist in Windkraftanlagen verbaut, aber auch in Sportartikeln und medizinischen Prothesen. In dem Forschungsprojekt wird er im Abwasser in Faserform als Hilfsmittel zur Besiedelung von stromerzeugenden Mikroorganismen eingesetzt. Neben der Papierindustrie werde der spätere Nutznießer auch die kommunale Abwasserwirtschaft sein, heißt es.

Bei der Übergabe der Förderbescheide am Mittwoch im Hause Heimbach sprach der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (CDU) von einer revolutionären Idee, die dazu beitragen könne, die Kohlendioxid-Bilanz nachhaltig zu verbessern. Die Biotechnologie biete große Chancen, die kohlenstofforientierte Energie in Deutschland Stück für Stück abzulösen, betonte Rachel. Ein Mosaikstein könne das nun angestoßene Forschungsprojekt sein.

Heimbach-Geschäftsführer Peter Michels sieht in ihm eine große Chance für sein Unternehmen, das in den kommenden beiden Jahren seinerseits mehr als 100.000 Euro für das Projekt in die Hand nimmt: „Unsere Kunden kennen uns nur als qualitativ hochwertigen Textillieferanten für die Papierherstellung. Der Einsatz der Bio- und Carbonfasertechnologie eröffnet uns jetzt Möglichkeiten, in neue Märkte bei uns bekannten Kunden der Papierindustrie vorzustoßen.“

Nach eigenen Angaben investiert die Heimbach-Gruppe jährlich bis zu vier Prozent ihres Umsatzes (2014: 164 Millionen Euro) in die Forschung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert