Düttling - Forscher geben dem fünften Meiler Feuer

Forscher geben dem fünften Meiler Feuer

Von: Franz Sistemich
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DZ
Schweißtreibende Arbeit: Gerd Linden wird mit seinen Helfern ab Montag wieder einen Holzkohlemeiler im Wald bei Düttling aufbauen. Foto: Franz Sistemich

Düttling. Altes Handwerk und modernste Technik treffen im Wald bei Düttling aufeinander. Oder mit anderen Worten: Holzkohlemeiler trifft Sonnensimulator. Es ist wieder soweit, die zwei Jahre sind vorbei: Gerd Linden aus Düttling wird mit seinen Mitstreitern wieder einen Holzkohlemeiler am Ortsrand des kleinen Heimbacher Stadtteiles aufbauen.

Am kommenden Montag, 9. Mai, beginnt der Landwirtschaftsmeister im Freilichtmuseum Kommern mit dem schweißtreibenden Aufbau des historischen Meilers.

Bis Pfingstsamstag, 14. Mai, werden Linden und seine Helfer unzählige trockene Buchenscheite am Ortsausgang von Düttling Richtung Gemünd gestapelt haben.

Dann kommt der große Augenblick: Der Meiler wird angezündet.

In diesem Jahr geschieht dies mit modernster Technik: „Synlight, der neue Hochflussdichte-Sonnensimulator des Institutes für Solarforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, wird das Vorfeuer des fünften Meiler entzünden“, freut sich Gerd Linden.

In Jülich entsteht neben dem Solarturm-Kraftwerk der neue Hochflussdichte-Sonnensimulator „Synlight“. Ab Ende dieses Jahres soll diese „größte künstliche Sonne der Welt“ die weitere Entwicklung von Technologien für Solarstrom und solare Treibstoffe unterstützen. Unabhängig von Tageszeit und Witterungsverhältnissen stellt der Sonnensimulator nach Bedarf steuerbare optische Strahlung mit einem der Solarstrahlung ähnlichen Spektrum zur Verfügung.

Die Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt werden am 14. Mai neben dem Meiler mit einem Prototypen der neuen Großanlage die hochkonzentrierten Lichtstrahlen erzeugen, die das Vorfeuer des Meilers entzünden sollen.

Das ist für die Augen keine ungefährliche Angelegenheit. Da der Lichtstrahl eine sehr hohe Intensität hat, müssen die Augen geschützt werden. Mit anderen Worten: „Wer das Anzünden des Meilers direkt verfolgen will, sollte eine Sonnenfinsternisbrille mitbringen und sie auch unbedingt anziehen“, appelliert Linden an die Gäste und fährt fort: „Ohne eine solche Schutzbrille könnte das Augenlicht Schaden nehmen.“

Aber: Wer keine Schutzbrille besitzt, kann das Anzünden dennoch verfolgen: Zum einen hat Linden eine gewissen Anzahl von Brillen vor Ort, zum anderen wird das Geschehen am Meiler live auf eine Leinwand im Festzelt übertragen.

Stolz ist Linden auch auf einen weiteren Aspekt: Er darf für seinen Holzkohlemeiler das Logo der UNESCO als immaterielles Kulturerbe verwenden. Linden: „2014 wurden in Deutschland 27 Traditionen und Wissensformen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu diesen 27 zählte auch das Handwerk des Köhlers“, erzählt Linden, der bis zum 26. Mail ein buntes Programm im Wald bei Düttling anbietet.

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