Forensisches Dorf: Hohe Sicherheit nach außen, viel Freiheit nach innen

Von: sj
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Dr. Klaus Rabe ist Chefarzt der Forensik I. Mit seinen Kollegen wird er die Teilnehmer der DZ-Sommertour durch das Forensische Dorf der LVR-Klinik führen. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wer einen Eindruck bekommen möchte, was sich in der Psychiatrie in einem Jahrhundert alles getan hat, sollte Haus 5 auf dem Gelände der LVR-Klinik besuchen. Das im Jahr 1900 gebaute „Bewahrungshaus für psychisch kranke Straftäter“ war das erste seiner Art in Europa – und galt als Meilenstein.

Psychisch kranke Straftäter wurden dort nicht weggeschlossen, sondern behandelt. Auch die Eröffnung des Forensischen Dorfes galt vor 30 Jahren als Sensation. So viel Sicherheit wie möglich nach außen und so wenig Überwachung wie möglich nach innen lautete die Maxime. Wer wissen möchte, wie die Arbeit der Ärzte, Therapeuten und Pfleger hinter den sechs Meter hohen Mauern mit psychisch kranken Straftätern aussieht, sollte bei der kommenden DZ-Sommertour mitmachen.

In Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik Düren des Landschaftsverbandes Rheinland geht es in das Forensische Dorf. Etwa 140 Patienten leben dort derzeit, sie werden von mehr als 130 Pflegern, Ärzten und Therapeuten in einem Drei-Schicht-Betrieb betreut. „Das Dorf ist sicher wie ein Gefängnis, aber es hat nicht den totalitären Charakter“, erklärt Chefarzt Dr. Klaus Rabe die Idee hinter dem Konzept. Die Patienten leben in Wohngruppen zu je acht Männern zusammen, die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Therapie sind voneinander getrennt. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen soll das Leben im Forensischen Dorf möglichst nah an der Realität der Außenwelt sein, um eine Therapie zu unterstützen.

Unsere Sommertour beginnt nach dem Treffen an der Pforte (siehe Infokasten) mit einer kurzen Einführung im Vortragssaal der Klinik. Anschließend geht es zu Haus 5, um einen Blick in die Psychiatrie-Geschichte zu werfen. Dann führt der Weg durch die Sicherheitsschleuse in das Forensische Dorf.

Begleitet wird die Tour von Dr. Klaus Rabe, Chefarzt Forensik 1, Dr. Georgi Bairaktarski, Chefarzt Forensik 2, dem Sicherheitsbeauftragten Christian Fredrich und Thomas Hax-Schoppenhorst, der die Führung in Haus 5 übernimmt. Geplant sind unter anderem ein Rundgang über das Außengelände des Dorfes, ein Blick in die Arbeitstherapie, der Besuch einer Station und der Blick in ein Patientenzimmer. Weitere Experten werden über den Maßregelvollzug, die Therapie und die Pflege informieren und für Rückfragen zur Verfügung stehen. Wieder zurück auf dem Gelände der Klinik informiert Georgi Bairaktarski über die Arbeit der Forensischen Nachsorgeambulanz, die therapierte Straftäter auf dem Weg in die Freiheit begleitet. Zur abschließenden Fragerunde wird ein Imbiss gereicht.

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