Forderung von Misereor: Voneinander lernen und Brücken bauen

Von: Hendrik Buch
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Thomas Thönneßen vom Büro der Regionaldekane (vorne) gemeinsam mit Petra Gaidetzka (h.l.) und Lucia Werbick (h.r.) stellten das Hungertuch und die Fastenaktion 2017 vor. Foto: Hendrik Buch

Düren. Das Land der „aufrechten Menschen“, das bedeutet Burkina Faso, wenn man es aus den zwei wichtigsten Landessprachen übersetzt.

Der westafrikanische Binnenstaat hat die siebtkleinste Volkswirtschaft der Welt, kämpft trotzt relativer politischer Stabilität ständig, gegen die Natur, die Ausbreitung der Wüste in der Trockenzeit und gegen Fluten während des Regens – ausreichend Potenzial für Geschichten von Hunger und Leid.

Innerhalb der diesjährigen Fastenaktion von Misereor unter dem afrikanischen Motto „Ich bin, weil du bist“ lädt das Hilfswerk jedoch dazu ein, die Brille einmal andersherum aufzusetzen. Statt einzig des Leids sollen Potenzial und Innovation der Afrikaner im Vordergrund stehen, Brücken bauen und voneinander Lernen an Stelle blanken Mitleids.

Gemeinsam mit rund 40 anderen Interessierten hatte auch Achim Köhler den Weg in die Marienkirche gefunden, wo das Büro der Regionaldekane zur Vorstellung der Aktion durch Misereor geladen hatte. Der Kaplan und Leiter der „Kirche der Jugend“ in St. Lukas Düren will die Aktion in die Firmvorbereitung der Pfarre einbauen. „Ich spüre in jüngster Zeit insgesamt eine größere Sensibilität für politische Themen bei den Jugendlichen“, verrät er seine Motivation.

Als spiritueller Zugang zum Thema begleitet das diesjährige Hungertuch des nigerianischen Künstlers Chidi Kwubiri die Aktion. Sein Werk zeigt zwei Menschen auf getrennten Bildern die doch verbunden scheinen, der Rest bleibt der Interpretation überlassen.

Im voll besetzten Vorraum des Gotteshauses äußerten die etwa 40 Teilnehmer ihre verschiedenen Gedanken zum Hungertuch. Eine meditative Übung, mit welcher die Jugendbetreuer, Wortgottesdienstleitern und weitere engagierte Christen die Hilfsaktion in die Kirchen der Region tragen können. Neben dem Hungertuch und den zugehörigen Materialien hat Misereor viele weitere Ideen für die Arbeit mit der Aktion vorbereitet, welche in der Fastenzeit rund um die Kirchen stattfinden können.

Konkret kommen die Erlöse der Aktion innovativen Milchbauern in Burkina Faso zugute. Die genauen Projekte stellte Petra Gaidetzka von Misereor vor. So werden die Viehhirten bei der Etablierung kleiner Dorfmolkereien und der Entwicklung ökologischer Pflanzenschutzmittel und Tiermedizin unterstützt.

„Mit der finanziellen Hilfe ist es aber leider nicht getan“, beklagt Gaidetzka die unfaire Weltwirtschaft. Misereor habe sich deshalb auch an die Politik gewandt, um unfaire Handelsbeziehungen zu beklagen, „denn die Überproduktion in der EU zerstört die lokalen Milchmärkte.“

Alle Informationen zur Aktion, zum Hungertuch und zu Spendenmöglichkeiten sind auf www.fastenaktion.de bzw. auf www.hungertuch.de zusammengefasst.

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