Förderverein für das Kloster Karmel: „Die Hilfe ist wirklich großartig“

Von: kin
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Achim Wilmar und Schwester Benedicta blicken auf zehn erfolgreiche Jahre des Fördervereins.
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Das Kloster Karmel ist seit 1903 an der Kölner Landstraße. Foto: kin

Düren. Die bloßen Zahlen deuten auf eine Erfolgsgeschichte hin: 375 Mitglieder und Einnahmen in Höhe von 223.800 Euro sind eine Zehn-Jahres-Bilanz, die sich sehen lassen kann. Der Verein „Freunde und Förderer des Dürener Karmel“ feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen und hat Grund, stolz auf seine Arbeit zu sein.

Bis November 2004 wurden die Karmelitinnen in Düren vom Bistum Aachen unterstützt. Schwester Benedicta, Priorin des Dürener Klosters: „Die Unterstützung war nicht mehr möglich, das Bistum hat selbst den Vorschlag gemacht, dass wir einen Förderverein gründen.“ Anfangs waren die Schwestern davon wenig begeistert. „Das lag aber auch daran, dass wir uns unter einem Förderverein nicht wirklich etwas Konkretes vorstellen konnten. Heute sind wir froh, dass wir den Förderverein haben.“

19 Schwestern

Das Gebäude an der Kölner Landstraße, in dem die Ordensschwestern seit 111 Jahren leben, arbeiten und beten, war schon vor zehn Jahren renovierungsbedürftig. Die Nord-West-Fassade des Klosters musste saniert, das Dach repariert werden. Auch bei den Heizkosten des großen Hauses, die sich auf rund 10000 Euro im Jahr belaufen, unterstützt der Förderverein die Ordensfrauen. Achim Wilmar, Vorsitzender des Fördervereins: „Natürlich haben die Schwestern zunächst versucht, die Kosten selbst zu stemmen. Sie sind sogar an ihre Rücklagen für die Altersversorgung gegangen. Irgendwann ging das aber nicht mehr.“

19 Schwestern leben derzeit im Karmel, drei junge Frauen interessieren sich für einen Eintritt in den Orden. „Wir hatten eigentlich immer Interessenten“, sagt Schwester Benedicta. „Ich glaube, wer sich heute für ein Leben im Kloster entscheidet, wählt die radikale Nachfolge Jesu Christi.“

Das Leben im Karmel ist ein Leben im Verborgenen, ein Leben in Stille. Die Schwestern folgen einer kontemplativen Berufung. Sieben Gebetszeiten sieht der reglementierte Tagesablauf vor, doch die Berufung zum Beten erschöpft sich nicht auf die Teilnahme an den Gebeten. Das Leben der Karmelitinnen, ihr ganzes Tun und Sein, soll zu einem Gebet für die Kirche, die Welt und die Menschen werden. Grundlage ist das Vertrauen in das Gebet, die Fürbitte vor Gott.

„Aufgrund unserer strengen Gebetszeiten“, erklärt Schwester Benedicta, „können wir nur viereinhalb Stunden am Tag in unserer Buchbinderei arbeiten. Und damit können wir nur etwas mehr als 50 Prozent für unseren Lebensunterhalt aufbringen. Das Gebet ist unsere Hauptaufgabe.“ Seit jeher würden die Schwestern aber von der Dürener Bevölkerung unterstützt. „Immer wieder kommen Menschen und bringen uns Kartoffeln oder Eier. Und auch die Hilfe, die uns vom Förderverein zuteil wird, ist wirklich großartig. Dafür sind wir sehr dankbar. Ohne Hilfe von außen wäre ein Leben, wie wir es führen, nicht möglich.“

Genau deswegen ist auch die Arbeit des Fördervereins noch lange nicht überflüssig. Gerade jetzt müssen die Karmelitinnen Heizöl kaufen, ins Sprechzimmer hat es reingeregnet, für die Heizung muss eine neue Pumpe angeschafft werden. „Da kommen sehr schnell sehr hohe Summen zusammen“, sagt Achim Wilmar.

Die Bereitschaft der Dürener, den Karmelitinnen zu helfen, ist sehr groß. „Es gibt in Deutschland 22 Karmel-Klöster. Und da haben die Fördervereine deutlich weniger Mitglieder. Wir sind sehr dankbar“, sagt Schwester Benedicta. Dass den Dürenern „ihr Karmel“ etwas bedeutet, sieht man aber auch an den vielen Gebetsanliegen, die die Schwestern bekommen. Schwester Benedicta: „Es gibt immer mehr junge Leute, die uns eine E-Mail schreiben. Zuletzt hatten wir noch Post von einem Mädchen, das Schulstress hatte und uns um ein Gebet bat.“

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