Flüchtlingshilfe: Gemeinde Vettweiß als Vorreiter

Von: Bruno Elberfeld
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Bürgermeister Joachim Kunth (2.v.l.) und Mitarbeiter des Caritasverbandes Düren-Jülich stellten die erste hauptamtliche Koordinatorin, Alexandra Pohl (Mitte), vor. Foto: Bruno Elberfeld

Vettweiß. Die Gemeinde Vettweiß präsentiert sich zum Thema Flüchtlinge und ihrer sinnvollen Integration als Vorreiter. Bürgermeister Joachim Kunth und Mitarbeiter sowie Vertreter des Caritasverbandes Düren-Jülich stellten im Rathaus die erste hauptamtliche „Koordinatorin für ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe“ im Kreisgebiet vor.

Die Wahl ist auf Alexandra Pohl gefallen, die seit zwei Wochen in Sachen Flüchtlinge in der Gemeinde unterwegs ist. Ihr zur Seite stehen seit Anfang Mai zwei junge Männer, Jan Lange und Simon Pfeiffer, BuFDis (Bundesfreiwilligen Dienst), die die Koordinatorin ein ganzes Jahr lang unterstützen werden.

Vornehmliche Aufgaben von Alexandra Pohl sind Beratung, Förderung, Gewinnung, Fortbildung und Begleitung ehrenamtlicher Helfer in der Gemeinde. Zudem wird sie auch Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung in Fragen Flüchtlingsintegration beratend unterstützen.

Die ersten Eindrücke Alexandra Pohls nach zwei Wochen Arbeit kommen positiv herüber. „Gewiss muss ich mich noch einarbeiten“, sagt sie, „aber die ersten Kontakte mit den Flüchtlingen und den sie betreuenden Ehrenamtlern machen Mut.“

Dirk Hucko, Sprecher des Vorstandes der Caritas, erläuterte, dass die Ehrenamtler auf ihre oft schweren Aufgaben vorbereitet würden. Individuell und in Gruppen werden sie auf ihre Arbeit vorbereitet. Bei regelmäßigen Treffen, jetzt unter der Leitung der neuen Koordinatorin, werden Probleme artikuliert und nach Lösungen gesucht. Supervisionen für die ehrenamtlichen Helfer sollen die oft nervenaufreibenden Tätigkeiten auffangen helfen.

Die Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Vettweiß, so hofft man, soll für andere Gemeinden Beispiel geben. Denn nur mit einem langen Atem und einer guten Portion Geduld werde man Menschen aus anderen Kulturkreisen Schritt für Schritt integrieren können, meinte Hucko.

Die Menschen aus dem Nahen Osten, teils hochtraumatisiert wegen eines schrecklichen Kriegs, müssen zur Teilhabe am Leben in den Gemeinden geführt werden. Da müssen neben notwendigen Sprachkursen Freizeitangebote von ortsansässigen Vereinen gemacht werden, Freundschaften zwischen Familien bewirken oft Wunder. Ja, sogar das Fahrradfahren muss hier und da geübt werden. Beim gemeinsamen Theaterspielen kommen sich fremde Kulturen immer näher.

Und immer wieder begegnen den Helfern große Probleme: die Länge der Verfahren zur Aufnahme, daraus resultierende Depressionsphasen. Zurzeit warten in Deutschland mehr als 100.000 Asylbewerber auf ihre Verfahren.

Es ist eine hehre Aufgabe, die vor Alexandra Pohl und ihren Mitarbeitern steht. Weiter sind alle Beteiligten auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. In Vettweiß gibt es 25, aber es könnten noch mehr sein. Melden können sich Interessenten unter Telefon 02424/209124 oder unter der E-Mail apohl@gst.caritas-dn.de.

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