Flüchtlinge: „Ampel“ hält am Standort Lendersdorf fest

Von: Jörg Abels
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Düren. Es bleibt dabei. Um der weiter wachsenden Zahl an Flüchtlingen Herr zu werden, sollen in Düren vier Wohnmodul-Standorte für jeweils bis zu 60 Personen errichtet werden, einer davon soll trotz des Protestes der Bürger und 278 eingereichter Unterschriften an der Grundschule in Lendersdorf entstehen.

Die „Ampel“-Koalition im Stadtrat hat ihren Beschluss von Mitte Mai gegen die Stimmen der CDU bestätigt und gleichzeitig noch einmal präzisiert. Die hausähnlichen Unterkünfte sollen nun hinter der Grundschule an der Wolffsgasse unter Einbeziehung der dort angeblich nicht mehr genutzten Tennisplätze entstehen.

Der Standort sei ideal, begründete Bruno Voß von den Grünen noch einmal die Haltung der „Ampel“, die einem Vorschlag des Sozialamtes und des „Runden Tisches Asyl“ gefolgt war. Kinder aus Flüchtlingsfamilien hätten direkten Zugang zu Kindergärten und zur Grundschule. Zwei Kitas würden das ausdrücklich begrüßen, betonte Voß. Daher sollen in Lendersdorf laut Beschluss der „Ampel“ auch nur Flüchtlingsfamilien mit Kindern untergebracht werden. Weitere Modul-Standorte sind der frühere GFC-Sportplatz, ein Grundstück an der Papiermühle und gegenüber der Feuerwehr-Hauptwache.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weschke hatte gefordert, die Entscheidung über den aus CDU-Sicht ungeeigneten Standort an der Grundschule zurückzustellen. Zum einen müsse man die Sorgen und Nöte der Bürger ernst nehmen, zum anderen gebe es keinen Handlungsdruck, weil die Zahl der Flüchtlinge derzeit hinter den Prognosen zurückbleibe, so dass man überlegen könne, ob es nicht bessere Standort gibt. Sozialamtsleiter Christian Sanfleber jedoch hält an seiner Prognose von 568 Flüchtlingen bis Jahresende und rund 150 fehlenden Plätzen fest.

Zehn Standorte hatte die Verwaltung noch einmal beleuchtet. Einziger unproblematischer ist nach Auskunft von Sanfleber der an der Wolffsgasse in Lendersdorf. Andere wie das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik, aber auch weitere Areale in Lendersdorf seien problematisch oder müssten erst noch weiter untersucht werden. Aus baurechtlichen Gründen ist eine Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Munitionsdepot Gürzenich-Wald nicht möglich, betonte Baudezernent Paul Zündorf, und die ehemaligen Militärflächen an der Stockheimer Landstraße sind als Gewerbegebiet vorgesehen.

Der Bezirksausschussvorsitzende Norbert Weber (CDU) kündigte derweil an, dass Anwohner aus Lendersdorf die Entscheidung juristisch überprüfen lassen wollen.

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