Fliegertagebuch eines Kampfpiloten im Ersten Weltkrieg

Von: Fabian Friedl
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Stolz auf das Ergebnis: Horst Schuh (2. v.l.) und Karin Esser mit dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins, Hans-Theo Pütz (v.l.), Franz Erasmi, Günther Esser, Hans-Josef Peters, Achim Klippstein. Foto: F. Friedl

Vettweiß. Im Tiefflug greift Peter Hülden in seinem Doppeldecker am 9. Oktober 1918 alliierte Artilleriestellungen bei Sancourt, Frankreich, an. Dabei zerschoss das gegnerische Flugabwehrkanonenfeuer den Motor seiner Maschine. Mit Mühe gelang es Hülden sein Flugzeug zu den eigenen Linien zu manövrieren und notzulanden.

Er und sein Copilot hatten nochmal Glück – bis auf eine leichte Gehirnerschütterung zogen sie sich keine weitere Verletzung zu. Kurz darauf notiert der aus Vettweiß stammende Pilot in seinem Flugbuch: „Abtransport nach Deutschland. Schade!“

Professor Horst Schuh, Oberst der Reserve und Bundesvorsitzender des Deutschen Luftwaffenrings e.V. hat das Flugbuch bearbeitet und weiß was das Buch zu etwas Besonderem macht: „Es ist die Geschichte des kleinen Mannes.“ Hülden ist keines der Fliegerasse des Ersten Weltkrieges, die während und nach dem Krieg zu nationalen Heldenfiguren stilisiert wurden und bis heute ihren Platz in den Geschichtsbüchern haben.

Besonderer historischer Wert

Dies macht den besonderen historischen Wert des vorliegenden Fliegertagebuches aus. Seine Bemerkungen über die häufigen Luftkämpfe, über das heftige feindliche Flugabwehrfeuer sowie über die Verwundungen und den Tod seiner Kameraden lassen die Härten des Luftkrieges im Ersten Weltkrieg erahnen und ermöglicht in der nun vorliegenden Form einen unmittelbaren Einblick in die Erfahrungswelt eines typischen Piloten im letzten Kriegsjahr 1918.

Die Idee zur Veröffentlichung des ungewöhnlichen Zeitdokuments reiche bis in den Oktober 2014 zurück, sagt Franz Erasmi, Vorsitzender des Geschichtsvereins. Anlässlich der 100. Jährung des Ausbruches des Ersten Weltkrieges 1914 habe der Heimat- und Geschichtsverein Vettweiß eine Ausstellung organisiert, die die Kriegserlebnisse der damaligen Dorfbewohner beleuchtete. Das von Karin Esser für die Ausstellung zur Verfügung gestellte Original des Fliegertagebuchs ihres Vaters habe dabei ein sehr großes Besucherinteresse auf sich gezogen. Daher habe der Verein beschlossen, das Fliegertagebuch einem möglichst breiten Interessentenkreis zugänglich zu machen.

Jetzt konnte das editierte Flugtagebuch im Rathaus Vettweiß der Öffentlichkeit präsentiert werden. Durch die Begleittexte zu den einzelnen Lebensabschnitten Peter Hüldens gelingt es dem Leser das sowohl im Originalschriftbild als auch in einer getippten Fassung herausgegebene Flugtagebuch in seinen Entstehungskontext einzuordnen. Die Textpassagen sind mit vielen bisher unveröffentlichten Bildern aus dem Privatbesitz der Familie Hülden-Esser und aus dem Privatarchiv Professor Schuhs.

Das Buch „Peter Hülden - Frontflieger im Ersten Weltkrieg“ ist im Netteverlag erschienen und kostet 9,95 Euro. Erhältlich über denn Heimat- und Geschichtsverein Vettweiß e.V. und im Buchhandel unter der ISBN-Nummer 978-3-940062-18-5.

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