Fliegerbombe in Langerwehe problemlos entschärft

Von: Guido Jansen und Stephan Johnen
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Die Kulturhalle wurde zur Notunterkunft. Helfer bauten Liegen für bettlägerige Menschen auf. Foto: Johnen
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Zur Versorgung gab es Stullen. Auch warmes Essen war in der Reserve.

Langerwehe. Bombenalarm zum Feierabend: Am Freitagabend sorgte eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg für einen Großeinsatz im Ortszentrum von Langerwehe. 500 Menschen mussten evakuiert werden, konnten nach der erfolgreichen Entschärfung gegen Mitternacht aber wohlbehalten in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

Bei Ausschachtungsarbeiten an der Hauptstraße in der Nähe der Pfarrkirche St. Martin war die Bombe am späten Nachmittag gefunden worden. Um 18.35 Uhr entschied sich die Einsatzleitung dazu, Vollalarm für die Gemeindefeuerwehr auszulösen. Mehr als 90 Feuerwehrleute waren vor Ort, unterstützt von Helfern des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser und des Technischen Hilfswerks. Vor der Kulturhalle hatte die Feuerwehr Fahrzeuge aller Art und Einsatzkräfte für den Notfall zusammengezogen. Das Technische Hilfswerk leuchtete das Areal aus. Insgesamt waren etwa 200 Einsatzkräfte an dem Einsatz beteiligt.

Ab 19.45 Uhr besuchten Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Feuerwehrleute alle Langerweher, die innerhalb eines Radius‘ von 100 Metern rund um den Fundort der Bombe wohnen, und forderten sie auf, ihre Häuser und Wohnungen „zeitnah zu verlassen“. Der Aufforderung kam nicht jeder nach: Einige Anwohner wollten die Evakuierungszone nicht verlassen und mussten mit Hilfe der Polizei in Sicherheit gebracht werden. Dadurch verzögerte sich die Entschärfung, die ursprünglich für 21 Uhr geplant war, um mehrere Stunden. Erst gegen 23:30 Uhr konnten die Einsatzkräfte mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Diese verlief letztendlich problemlos, nach rund 15 Minuten war die Gefahr bereits gebannt.

Die Evakuierten hatten sich in der Zwischenzeit in der Kulturhalle versammelt. Dort hatten die Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz eine Notunterkunft eingerichtet, Tische und Stühle aufgestellt und einen speziellen Bereich mit Behandlungsplätzen für bettlägerige Personen eingerichtet. Das DRK war mit zwei sogenannten Einsatzeinheiten à 33 Personen vor Ort. Die Helfer versorgten die Evakuierten und organisierten eine Erstverpflegung der Anwohner mit heißen Getränken und belegten Brötchen.

Das Langerweher Altenheim musste nicht geräumt werden. In einem Umkreis von 500 Metern durften rund um den Fundort der Bombe während der Entschärfung Anwohner nicht die Straße betreten. Da die Bahnlinien ebenfalls in der Gefahrenzone lag, wollte der Kampfmittelräumdienst die Zeitspanne zwischen zwei Zügen nutzen, damit die Strecke Köln-Aachen nicht gesperrt werden musste.

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