Düren - Fleischdieb: 80 Tagessätze à 20 Euro

Fleischdieb: 80 Tagessätze à 20 Euro

Von: hp
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Düren. Eine Woche Sitzungsunterbrechung hat ein 67-jähriger Rentner aus Düren zum Nachdenken genutzt. Der Staatsanwalt hatte den ehemaligen Handwerksmeister angeklagt, am 9. April 2011 an der Fleischtheke eines Supermarktes in Birkesdorf ein Paket mit Grillkoteletts erhalten, aber nicht bezahlt zu haben.

Der Mann war auch deshalb aufgefallen, weil er zum Tatzeitpunkt trotz sommerlicher Temperaturen eine dicke Jacke trug, unter der er offenbar das Diebesgut verbarg. Der Staatsanwalt warf ihm zudem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor, denn auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes soll er zwei Mitarbeiterinnen, die ihn an der Flucht hindern wollten, beim Zurücksetzten mit seinem Wagens gefährdet haben.

Während der Angeklagte noch am ersten Verhandlungstag immer wieder verneinend den Kopf geschüttelt hatte, gab er am zweiten Verhandlungstag kleinlaut zu, die Ereignisse an jenem Abend könnten sich tatsächlich so zugetragen haben, wie es ihm vorgeworfen wurde. Beim Zurücksetzen mit dem Auto habe er aber auf gar keinen Fall vorgehabt, den beiden Frauen Schaden zuzufügen. Damals habe er in Panik den Ort des Geschehens so schnell wie möglich verlassen wollen.

Durch dieses Geständnis war es nicht mehr nötig, weitere Zeugen vor Gericht zu hören. Lediglich die Fleischfachverkäuferin, die zur Abrundung des Bildes aussagte, berichtete von 18 Grillkoteletts, die der Angeklagte bekommen hatte. Sie erinnere sich noch sehr gut daran, weil der Vorrat nicht ausreichte und sie deshalb weiter Koteletts würzen musste.

Diese 18 Koteletts wurden im Nachhinein für den Angeklagten ziemlich teuer. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann verurteilte den 67-Jährigen wegen Diebstahls und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu 80 Tagessätzen á 20 Euro, also 1600 Euro. Da der bisher unbescholtene Handwerker nach eigenem Bekunden nur etwas mehr als 800 Euro Rente bezieht, wird er Ratenzahlung beantragen und schon deshalb „noch lange an diese Dummheit denken”. Das Urteil ist rechtskräftig.
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