Fledermausfreundliches Haus: NABU überreicht Urkunde an Familie Otto

Von: bel
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Sarah Sherwin (l.), Gertraud Eberius und Henrike Körber (v.r.) überreichten Jens Otto Plakette, Urkunde und eine Schrift zur Bestimmung von Fledermäusen. Foto: bel

Hausen. Das Wochenendhaus der Familie Otto in Hausen hat etwas, was andere Häuser nicht haben. Seit etwa 15 Jahren hängt am zum Wald ausgerichteten Giebel ein kleiner Kasten. Er ist die Wohnstube von weiblichen Bartfledermäusen und ihrem Nachwuchs.

Die Männchen sind von der Erziehung ihres Nachwuchses entbunden und leben in anderen Quartieren. In der großen Hitze, erklärt Fledermausexperte Jens Otto, seien die Bartfledermäuse, in den vergangenen Tagen aus ihrem Kasten ausgezogen, hätten sich Außen aufgehängt oder seien an kühlere Orte umgezogen.

Die winzigen Hinterlassenschaften der Fledermäuse findet Jens Otto immer wieder als kleine Krümel vor der Tür unter dem Kasten. Sein Rezept: Krümel sammeln, in Wasser ansetzen und als Dünger für Blumen, Geranien & Co. verwenden. Der Fledermaushüter kann so manches Erlebnis mit „seinen“ Fledermäusen erzählen. Ein Jungtier war aus dem Kasten gefallen. Jens Otto brachte es zurück in den Kasten. Die Mutter beachtete ihr Junges etwa vier Stunden nicht. Erst dann nahm sie es an und „schimpfte“ schrecklich mit ihm. Natürlich kann man Fledermauslaute mit dem menschlichen Ohr nicht vernehmen. Doch Otto hat ein Gerät, mit dem er die Rufe aufnehmen kann.

Für die Verdienste um die Fledermäuse hat der Naturschutzbund NABU das Feriendomizil der Familie Otto als „Erstes Fledermausfreundliches Haus“ im Kreis Düren ausgezeichnet. Sarah Sherwin, Projektkoordinatorin „Fledermausfreundliches Haus des Landes NRW“, Henrike Körber, Arbeitskreis Fledermausschutz der Städteregion Aachen sowie der Kreise Düren und Euskirchen, und Gertraud Eberius, Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Düren, überreichten der Familie Otto als Anerkennung Plakette, Urkunde und eine Schrift, die bei der Bestimmung von Fledermäusen helfen kann.

„Die Familie Otto zeigt mit ihrem Engagement, dass Menschen und Fledermäuse zusammen leben können“, betonte Henrike Körber. Jeder, der in oder an seinem Haus Fledermäuse duldet, sie hegt und pflegt, kann einen Antrag an den NABU-NRW stellen, um ebenfalls Plakette und Urkunde zu bekommen. Das NABU-Fledermaus-Projekt wird vom Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

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