Flapsige Sprüche auf dem Olymp

Von: cd
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Ist mit seiner Rückkehr noch zu rechnen? Telemachos (Hannah Wirtz, links) und seine Mutter Penelope (Lea Schumacher) haben die Hoffnung nach 20 Jahren vergeblichen Wartens aufgegeben. Foto: cd

Düren. Erschöpft sitzt der Mann am Strand und ist schwermütig. In Versen beklagt er, dass er vergessen wurde. Er will heim zu Frau und Kind. Nach zwanzig Jahren ein nachvollziehbarer Wunsch. Es ist kein Geringerer als Odysseus, listiger Held Trojas, der im richtigen Leben Marc Buchna heißt, und der es trotz streitlustiger Götter, ambitionierter Konkurrenten und lästiger Weiber am Ende doch schafft, nach Hause, nach Ithaka, zu schippern.

Dort warten sehnsüchtig seine Frau Penelope (Lea Schumacher) und sein Sohn Telemachos (Hannah Wirtz), der während der gesamten Kindheit nach seinem Vater suchte. „Was nützt ein Heldenvater, der immer abwesend ist?”, ruft Telemachos und hat die Hoffnung auf ein Wiedersehen aufgegeben. Auch bei Penelope wird nach 20 Jahren vergeblichen Wartens auf die Rückkehr ihres Mannes die Liebe zur Zerreißprobe.

Homers monumentales Werk „Odyssee” wurde in einer Neubearbeitung vom „Jungen Theater Düren” in der Aula des Stiftischen Gymnasiums auf die Bühne gebracht. Die Fassung des niederländischen Erfolgsautors Ad de Bont „Die Odyssee” ist eine raffinierte Mischung aus antikem Epos und moderner Familiensaga. Die Kleidung der Schauspieler ist die der heutigen Jugendlichen, und Hermes (Max Schoeller) trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Götterbote”. Nur die Göttin Athene (Johanna Schmitz-Peiffer), eitel und distinguiert, hebt sich in ihrem eleganten, griechischen Gewand ab.

De Bont variiert die Blickwinkel: Mal erzählt er aus der Sicht des Titelhelden, dann wieder aus der seiner Frau und seines Sohnes - die Familien steht im Zentrum des Stücks. Und nicht nur die irdischen, auch die Götter des Olymp sind verstrickt in ihre familiären Bande. Zeus (Benedikt Rosarius) und seine Kinder Athene und Hermes streiten sich über das Schicksal der Sterblichen, während ab und zu die Blumenkästen gegossen werden. Das Stück springt sprachlich von der antiken Welt der Hexameter in die heutige und wieder zurück: flapsige Sprüche zwischen getragenem Versmaß - gewürzt mit Humor. Das macht es zum kurzweiligen Vergnügen und schärft gleichzeitig das Bewusstsein für die Allzeitigkeit der „Odyssee”. Mit einer grandiosen Leistung begeisterten die elf Jungschauspieler das Publikum. Die Gesamtleitung für das „Junge Theater” hat Ursula Keppler.

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