Firma Anker ist der zweitgrößte Airline-Ausstatter der Welt

Von: Jörg Abels
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Marketingspezialist Thomas Riesmeier präsentiert eine der beiden neuen Kollektionen, mit denen Anker über den Großhandel näher an den Endkunden heranrücken will. Foto: Jörg Abels
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Die Anker-Spitze will auf dem hart umkämpften Bodenbelag-Markt weiter wachsen. Für 2015 wird ein Umsatzplus von 3,5 Prozent erwartet. Foto: Jörg Abels

Düren. Was haben Fluggäste von Lufthansa oder Emirates und das Gros der Abgeordneten des Deutschen Bundestags gemeinsam: Sie stehen beim Betreten der Flugzeuge oder Büros auf Teppichen der Firma Anker.

Das 1854 gegründete Dürener Familienunternehmen ist auch 2014 in einem weiter rückläufigen Branchenumfeld gegen den Trend gewachsen. Der Umsatz ist um 4,4 Prozent auf mehr als 54 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter um zwölf auf 326 gestiegen, gaben die Geschäftsführer Markus Schoeller und Erwin Landherr bei der Frühjahrspressekonferenz bekannt. Und obwohl der Wettbewerb mit Herstellern von Laminatböden, PVC-Böden, Vinyl und Parkett nicht leichter werden wird, geht die Anker-Führung auch für 2015 von einem weiteren Umsatzwachstum aus.

„Wir kalkulieren etwas konservativ mit einem Plus von 3,5 Prozent“, betonte Landherr. Das könnte im Jahresverlauf wieder zu einem Dutzend neuer Arbeitsplätze führen. Markus Schoeller sprach von geplanten Investitionen in Höhe von etwa zwei Millionen Euro, in etwa so viel wie 2014. Für die kommenden drei Monate ist die Produktion bereits ausgelastet.

Obwohl das sogenannte Objektgeschäft, die Ausstattung zum Beispiel von Firmenzentralen, Bürogebäuden und Hotels mit hochwertigen Teppichböden immer noch das wichtigste Standbein ist, gewinnt das Luftfahrtgeschäft immer größere Bedeutung. Mittlerweile macht Anker bereits ein Viertel seines Umsatzes mit Fluggesellschaften aus der ganzen Welt, Tendenz steigend.

Während das klassische Objektgeschäft bei Anker auf Europa fokussiert ist, generiert das Familienunternehmen im Luftfahrtbereich 78 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas. „Die Luftfahrtbranche wächst global jährlich um rund fünf Prozent, wir wollen in diesem Bereich doppelt so stark wachsen“, erklärte Erwin Landherr. „Wir sind die Nummer zwei auf der Welt und auf dem besten Weg, die Nummer eins zu werden.“ Größter Markt noch vor Deutschland mit Lufthansa und Air Berlin sind die vereinigten Arabischen Emirate: „Alle Flugzeuge von Emirates haben wir ausgestattet“, betonte Schoeller. Und das sind nicht gerade wenig: aktuell bereits mehr als 230.

Rund drei Millionen Quadratmeter Teppichboden fertigt Anker im Jahr. „In 80 Prozent aller Berliner Ministerien einschließlich Kanzleramt liegen unsere Teppiche“, berichtete Erwin Landherr. da verwundert es nicht, dass Anker auch wieder den Zuschlag zur Ausstattung des Bundestagserweiterungsbaus in Berlin erhalten hat. Im „Maria-Lüders-Haus werden 15.000 Quadratmeter verlegt. Das ist nur eines der Vorzeige-Objekte, das Anker ausgestattet hat.

Große Aufträge kamen auch aus der Schweiz, unter anderem liegen 32.000 Quadratmeter Teppich in der neuen Weltzentrale des Pharmariesen Roche in Basel und 30.000 Quadratmeter im Neubau der Zürich Versicherung in Zürich. Anker-Teppiche finden sich aber auch in den Gebetsräumen des höchsten Gebäudes Saudi-Arabiens in Mekka und im Neubau der Deutschen Bank in Frankfurt. Im Objektgeschäft gebe es einen klaren Trend hin zu akustischen Lösungen und zum Fliesengeschäft.

Näher am Endkunden

Um weiter am Markt wachsen zu können, will der in den vergangenen Jahren mehrfach für seine Kreativität ausgezeichnete Objektteppichboden-Spezialist in Zukunft aber auch näher an den Endkunden heranrücken und über den Großhandel auch am kleineren und mittleren Objektbodengeschäft bis zu 500 Quadratmetern stärker partizipieren. Anker hat eigens für diesen Zweck zwei neue Kollektionen mit den gängigsten Produkten, aber auch mit neuen Qualitäten speziell für den Großhandel auf den Markt gebracht, die dem Kunden eine leichte Orientierung ermöglichen sollen. Das neue: Alle Positionen sind direkt ab Lager in Düren erhältlich.

„Der Verkäufer kann tagesaktuell im Internet sehen, welche Menge verfügbar ist“, erklärte Geschäftsführer Gerd Hoffe. „Wir werden zu 95 bis 98 Prozent immer genug Ware auf Lager haben“, versprach sein Kollege Erwin Landherr. Denn anders als zum Beispiel beim Möbelkauf würden lange Lieferzeiten beim Teppichboden die Kunden abschrecken, heißt es. Anker will mit den neuen Kollektionen den Anteil der über den Großhandel vertriebenen Teppiche von derzeit 43 auf 50 Prozent steigern.

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