Fingerhakeln: Kraft allein reicht noch nicht zum Sieg

Von: Stephan Johnen
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Die Internationale Rheinische Meisterschaft im Fingerhakeln ging am Sonntag in Berzbuir beim Oktoberfest über die Bühne. Foto: Johnen

Berzbuir. Wenn es ums Fingerhakeln geht, macht kein Rheinländer den Bayern so schnell etwas vor. Diese Erfahrung haben die Berzbuirer machen dürfen. Die St.-Anna-Schützen hatten am Sonntag zur Internationalen Rheinischen Meisterschaft eingeladen – und die Titel heimsten die „Fingerhakler Laufach“ ein, die aus Aschaffenburg angereist waren.

Spaß gemacht hat es dennoch allen Beteiligten. Und Friedel Lövenich, der im vergangenen Jahr noch den Titel holte, schaffte es, in der Klasse der über 50-Jährigen den dritten Platz zu belegen. Vor zwei Fingerhakel-Veteranen aus Bayern. Die Ehre der Rheinländer ist gerettet.

„Fingerhakeln ist bei uns ein Volkssport“, erklärte Christopher Kiel. Der 17-Jährige ist amtierender bayerischer Jugendmeister und Deutscher Meister. Seit seinem fünften Lebensjahr ist er ein Fingerhakler. Seit Sonntag darf er sich auch Rheinischer Meister nennen, im Leichtgewicht bis 80 Kilogramm. Im Schwergewicht sicherte sich Florian Kiel den Titel, Peter Fleckstein hakelte sich in der Kategorie „Ü50“ an die Spitze.

Alle Gewinner kamen aus Laufach. Mit 20 Kollegen reiste der bayerische Jugendmeister nach Berzbuir, im Internet ist sein Verein auf die Veranstaltung im Rheinland aufmerksam geworden. Und weil am Samstagabend bei den Schützen „Oktoberfest“ gefeiert wurde, klang alles nach einem guten Grund „für einen Ausflug“, sagte der 17-Jährige.

Zum zweiten Mal hatten die Berzbuirer, die am zweiten Adventswochenende auch wieder eine Weihnachtsbaumweitwurf-Meisterschaft veranstalten, zum Fingerhakeln gebeten. Im kommenden Jahr soll die Rheinische Meisterschaft wiederholt werden. „Dann ist es eine Tradition“, sagt Schützen-Chef Dietmar Hacky augenzwinkernd. Die Idee hatte Friedel Lövenich, der auch den genormten Wettkampf-Tisch gezimmert hat.

Fingerhakeln ist ein Kraftsport. Doch Kraft allein reicht noch nicht zum Sieg. „Es kommt auch auf die Technik an“, verrät Christopher Kiel. Vorbereitung und das Aufwärmen sind ebenfalls wichtig. Eine Erfahrung, die im vergangenen Jahr mancher Teilnehmer unter Schmerzen gemacht hat. „Meine Frau hat mir dieses Mal die Gelbe Karte gezeigt“, sagte Manfred Busch lachend.

Der Berzbuirer erlitt bei seiner Fingerhakel-Premiere eine Verletzung. Tipps fürs richtige Training gab es am Wochenende von den Profis aus Bayern. Wer es mit dem Hakeln ernstnimmt, braucht vor allem eines: Hornhaut am Hakelfinger.

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