Finanzielle Sorgen belasten die Gürzenicher Karnevalisten

Von: Jörg Abels
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Gürzenich. Die KG „Jüzzenije Plüme” wird in der kommenden Session 5x11 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zum Feiern.

Doch finanzielle Sorgen trüben die Vorfreude des Vorsitzenden Hans Peter Iven und seiner Mannschaft.

Seit vielen Jahren müssen sich die „Plüme” finanziell zur Decke strecken, um mangels Saal im Stadtteil ein Festzelt für ihre Veranstaltungen anmieten zu können, das seit 2000 an der Möschengasse aufgebaut wird. „Längst aber sind uns die Unterhaltungskosten von bis zu 20.000 Euro jährlich über den Kopf gewachsen”, schlägt Iven Alarm.

Obwohl die KG bereits in der abgelaufenen Session reagierte, ihren Veranstaltungskalender auf die Monate Januar und Februar beschränkte und damit die Fixkosten auf 12.000 Euro reduzierte, stand nach Aschermittwoch ein Defizit von rund 8000 Euro zu Buche; die Reparatur der defekten Heizungsanlage (3500 Euro) noch nicht einmal mitgerechnet, die bei der Galasitzung Mitte Januar und Außentemperaturen unter Minus 20 Grad bibbernde Gäste und Künstler hinterließ.

„Noch ein solches Jahr und der Verein ist pleite”, betont der Vorsitzende. „Uns fehlt bereits das Geld, unseren Bambini die Kostüme zu bezahlen.” Ein Festzelt kommt für die „Plüme” deshalb nicht mehr in Frage, zumal die Karnevalisten in den letzten Jahren regelmäßig auch von Vandalen heimgesucht wurden, deren Treiben zusätzliche Löcher in die Kasse riss.

Bei der Suche nach Alternativen brachte der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Albert Eßer die große Schulsporthalle ins Gespräch. „Haupt- und Grundschule hätten nichts dagegen, wenn wir dort direkt im Anschluss an die Weihnachtsferien Anfang Januar unsere Sitzungen durchziehen würden”, berichtet Hans Peter Iven von positiven Gesprächen. „Auch mit den Sportvereinen haben wir kein Problem. Auch sie würden die paar Tage für uns auf eine Nutzung verzichten.”

Und doch steht ein Umzug auf wackligen Beinen. Der Grund: In der Sporthalle müsste aus brand- und sicherheitstechnischen Gründen unter anderem ein zusätzlicher Fluchtweg eingebaut werden. Dies hat ein Ortstermin mit dem Leiter des städtischen Gebäudemanagements ergeben. „Der politische Willen ist da, dem Verein zu helfen”, erklärte Eßer am Montag auf Nachfrage.

„Wir müssen jetzt aber erst einmal auf die Kostenermittlung der Verwaltung warten.” Mit der rechnet er in den nächsten Wochen. Scheitert der Umzug in die Sporthalle, droht der KG und ihren rund 350 Mitgliedern das Aus. Daran lässt Iven keinen Zweifel, trotz des anstehenden Jubiläums.
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