„Finale Grande” wird zum Drahtseilakt

Von: Stephan Johnen
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Nach der Uraufführung ist vor der Uraufführung: Für die Bühne der Arena hat Autor und Regisseur Clemens Amendt (rechts) das Musical „Finale Grande” in Teilen umgeschrieben und Szenen hinzugefügt. Freitag öffnet sich der Vorhang, derzeit wird noch geprobt. Foto: Johnen

Düren/Vossenack. Das Leben ist eine Frage der Balance. Wieviel Lebensfreude darf es in der Not geben? Wieviel Lachen in der Trauer, wieviel Show in der Resignation? Wieviel Leistung kann man von Menschen einfordern, die am Abgrund stehen?

Für das Musical „Finale Grande” schickte das „Ex-Art-Musiktheater” Vossenack im Frühjahr seine Darsteller auf einen Drahtseilakt zwischen Solidarität und wirtschaftlichen Nöten. Die Premiere wurde umjubelt, alle Vorführungen waren ausverkauft.

An diesem Freitag nun steht das 60-köpfige Ensemble aus Schülern des Franziskus-Gymnasiums, Ehemaligen und Theaterenthusiasten um den Lehrer, Regisseur und Autor Clemens Amendt zwei Mal auf der Bühne der Arena Kreis Düren.

Absturz eines Hochseilartisten

Im Mittelpunkt steht auch dort: Der Zirkusartist Piet Pepper, der nach einem Höhenflug beruflich und privat vor dem Nichts steht. Der Mann ist ein Wrack, vom Alkohol gezeichnet, vom Glück verlassen. Nun ist der einstige Star des Zirkus´ „Don Carlos” Ballast, der aus der Manege geworfen werden muss, um das Überleben des Ensembles zu retten. Ist es wirklich so einfach? Jede Geschichte hat nicht nur ein Gesicht - das ist eine der Botschaften des Musicals. Und das Stück zeigt sich in der Arena von einer neuen Seite, auch für die Zuschauer, die es vielleicht im Franziskus-Gymnasium bereits gesehen haben.

„In der Arena kann Finale Grande´ in seiner ganzen Komplexität zur Entfaltung kommen”, erklärt Regisseur Clemens Amendt. Die große Bühne ermögliche es, auf drei Ebenen zu spielen und das Publikum weitaus mehr einzubeziehen. Auch inhaltlich und musikalisch haben die Macher in der Zwischenzeit erneut Hand an das komplett selbst geschriebene, komponierte und choreografierte Werk gelegt.

„Viele Dinge konnten wir auf der kleinen Bühne nicht machen. Und uns fehlte auch die Musik”, berichtet Amendt. Eine Szene, die schlicht „Wahnsinn” heißt, verspricht aus Sicht des Regisseurs, ein „Schockerlebnis” für die Zuschauer zu werden. Die Gratwanderung, die ein am Boden zerstörter Piet Pepper zwischen Wahnsinn, Tod und Hoffnung durchlebt, wird in einer völlig neuen Szene äußerst plastisch, düster, skurril und irrlichternd gezeigt.

Die Musik steuerte ein ehemaliger Schüler bei, der mittlerweile als Komponist und Dirigent arbeitet. Weitere Szenen sollen der Handlung vertiefen, mehr Einblick in die Seelen der Figuren ermöglichen. Auch personell gab es Änderungen: Den tragischen Zirkusdirektor „Don Carlos” verkörpert Simon Kirch, während seine ebenso schillernde wie rebellische Frai Leila von Marta Helmin dargestellt wird, die zuletzt die Hauptrolle von „We Will Rock You” in Zürich gespielt hat. Ihre Schwester Maria sang am Mittwoch bei „Ich und ich” als Backgroundsängerin bei den Burgfestspielen.

Clemens Amendt verlangt seinen Darstellern vollen Einsatz ab. Gemeinsam lotet das Ensemble Grenzen der Darstellung aus. „Ich will zeigen, was Schüler leisten können”, sagt der Regisseur. Die Erfolgsgeschichte des „ex-Art Musiktheaters” spricht für sich.

„Finale Grande” gibt es diesen Freitag zwei Mal in der Arena Kreis Düren zu sehen. Um 10.30 Uhr führt das Ensemble das Musical für Schüler auf. Am Abend öffnet sich der Vorhang um 20 Uhr.

Karten (fünf Euro am Vormittag, zwölf Euro am Abend, fünf Euro für S-Club Mitglieder) gibt es in der Arena, beim Franziskus-Gymnasium im Kundenzentrum der Sparkasse Düren. Infos unter 02429/1417.

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