„Feste ohne Musikverein nicht vorstellbar“

Von: Daniela Schröder-Martinak
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Beim großen Zapfenstreich auf der Wiese am Bolzplatz verfolgten zahlreiche Besucher das eindrucksvolle musikalische Geschehen. Foto: Schröder-Martinak

Ginnick. Ernst Grunwald blies noch mal kräftig in sein Tenorhorn. Sogar noch mal eine Spur kräftiger als sonst. Der inzwischen 86-Jährige Ginnicker kennt sein Instrument in- und auswendig. Beim großen Zapfenstreich beim Festkommers zum 50-jährigen Bestehen des Musikvereins Ginnick zeigte der Musiker noch einmal, was seine Lungen hergeben.

Als ältestes aktives Mitglied des Vereins und auch als Gründungsmitglied können er und Josef Schnitzler, der mit heute 90 Jahren auch von Anfang an dabei war, jede Menge über die Geschichte und der Freude zur Musik von inzwischen 19 Trompetern, Trommlern, Saxophonisten, erzählen. „Vor 50 Jahren hatten Jungen und Männer auf Initiative von Professor Dr. Ernst Nellessen die Möglichkeit, sich einer Bläsergruppe anzuschließen“, erinnert sich Grunwald und weiter: „Der damalige Hauptlehrer der Schule in Jakobwüllesheim, Johannes Breuer, übte ab dem 23. April 1965 einmal in der Woche mit uns im Ginnicker Pfarrheim, wo auch heute noch die Proben stattfinden.“

Allerdings sind heute auch Frauen mit von der Partie. Und die waren ebenso erstaunt, als das Festzelt auf dem Bolzplatz immer voller und voller wurde. Die zahlreichen Besucher rutschten immer mehr zusammen, das Personal trug immer weiter neue Tische rein. „Damit haben wir nicht gerechnet und freuen uns umso mehr“, sagte der erste Vorsitzende des Ginnicker Musikvereins, Franz Josef Dijk.

Auch Bürgermeister Josef Kranz musste sich erst einmal einen Überblick verschaffen, bevor er die zu Ehrenden auf die Bühne rief: An erster Stelle erhielten Grunwald, Schnitzler und Helmut Kemmerling als Gründungsmitglieder die goldene Ehrennadel sowie eine Urkunde. Es folgten Heinz Bär, der seit 40 Jahren den Dirigentenstab schwingt, Franz Josef Dijk, Johannes Grundwald, Uwe Engelhardt und Winfried Nießen. Für 30 Jahre Treue zur Musik wurden Maria Hamacher, Hermann Josef und Silvia Salantin geehrt. 20 Jahre sind Günter und Dieter Reimann dabei.

Melvin Engelhardt, Christoph Dijk und Helge Pütz gehören seit zehn Jahren dem Verein an. „Solche Vereine haben Tradition und diese sollten in Ehren gehalten werden. Dorffeste ohne den Musikverein Ginnick kann man sich hier wohl nicht mehr vorstellen“, betonte Kranz und gab eines seiner Lieblingszitate zum Besten: „Die Herzschläge lassen sich idealerweise auf die Mundstücke der Musikinstrumente übertragen.“ Das sei hier eindeutig der Fall.

Die Herzschläge der Ginnicker schlugen an diesem Abend jedenfalls eindeutig im Takt der Blasmusik. Dass der Verein jede Menge Fans hat und aus Ginnick nicht mehr wegzudenken ist, bewies nicht nur der große Zapfenstreich – auch beim Festball mit der Band „New Barbados“ und am Abschlusstag mit Wortgottesdienst, Platzkonzert und Verlosung platzte das Festzelt beinahe aus allen Nähten.

Unterstützt wurde der Verein bei seinem 50. Geburtstag vom Tambour- und Bläsercorps „TC Wyss“ aus Vettweiß, vom Tambourcorps Blau-Weiß Embken und den „Engelgauer Musikanten“. „Bei einem Blick in die Zukunft träume ich davon, dass es uns wieder gelingt, junge Menschen für den Musikverein zu interessieren“, sagte der erste Vorsitzende und betonte: „Ich freue mich über jede neue Anmeldung.“

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