Düren - Fest der klingenden Kunst im hohen Romantikton

Fest der klingenden Kunst im hohen Romantikton

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Die Cappella Villa Duria mit ihrem Dirigenten Johannes Esser und die Solisten beeindruckten mit ihrer zweieinhalbstündigen Aufführung von Felix Mendelssohns Oratorium „Elias“ in der Marienkirche. Foto: Hahn

Düren. Zum Triumph geriet die Aufführung von Mendelssohns Oratorium „Elias“. Von den Musikern der Cappella Villa Duria (CVD) und den Aktiven des Lions-Clubs Düren Marcodurum um dessen Initiator Michael Maurer dem Andenken an die Opfer des Bombardements vom 16. November 1944 und der Kriege der Gegenwart gewidmet, wurde die Aufführung ein Fest der klingenden Kunst im hohen Ton der Romantik, von einer fast unübersehbaren Schar von Sängern und Instrumentalisten feierlich zelebriert – wie vom Priester das Hochamt in der Kirche.

Maestro Johannes Esser, als Dirigent von Chor und Orchester der CVD so etwas wie der inoffizielle Generalmusikdirektor der Stadt, hatte für die Freunde der Klassik ein opulentes Klang-Büffet aufgebaut – und seine dankbaren Anhänger, von denen es in der Kreisstadt und ihrer Umgebung nicht gerade wenige gibt, füllten die Marienkirche in einer solchen Zahl, dass von freien Plätzen bald keine Rede mehr sein konnte.

Im Geiste blieben die Ausführenden nahe der Romantik, die von ihrer Wirkung ganz wesentlich auf die Erschütterung des Publikums hinzielt. Denn die Chöre trafen die Menschen in der Kirche am Museum mit vehementer Wucht, und nicht minder taten es die dramatischen Akzente des Orchesters.

Denn das war eine der großen Stärken dieses Konzertes, dessen Erlös den vom Lions-Club unterstützten sozialen Initiativen zugutekam: Ganz im Geiste des vor einiger Zeit verstorbenen Dirigenten und Originalklang-Spezialisten Nikolaus Harnoncourt wohnte dem Gesamtklang eine gewaltige Rhetorik, etwas, das direkt zum Zuhörer sprach, inne. Dabei wirkte ebenjener Gesamtklang nie klotzig oder mächtig wie der Belag einer überaus voluminösen Torte. Er wirkte leicht, wie wehend, gleich einem Reden wie von tausend Zungen. Das war im Wesentlichen dem beseelten Einsatz der Lokalmatadore von der Cappella geschuldet, aber auch dem in seinen Gesten bisweilen fordernden Dirigat von Johannes Esser, vor allem aber dem geschmeidigen und reibungslosen Zusammenspiel aller Ausführenden.

Dazu zählen mit absoluter Sicherheit die vier Solisten, darunter neben der aus Düren stammenden Sopranistin Katharina Bergrath deren Kollegin Angela Farrensteiner (Alt) sowie Markus Francke (Tenor) und Berthold Possemeyer (Bariton). Ihr Gesang, im Solo vorgetragen, im Duett, Terzett oder Quartett, brachte an dieser Aufführung des „Elias“ so etwas wie die Feinziselierungen an.

Leuchtende Dramatik

Fallweise um Solisten aus dem CVD-Chor bereichert, sorgten diese Mitwirkenden für die intimeren, phasenweise (etwa wenn Berthold Possemeyer seine Titelfigur, den Propheten, in den Kampf mit den Anbetern des Baal schickt) in leuchtende Dramatik gesteigert.

Auch der Aachener Domsingknabe Florian Pröschl wirkte auf diese Weise an diesem Kulturereignis mit. Sein silberheller Gesang stieß auch bei einem besonderen Gast auf offene Ohren: Dr. Heinrich Mussinghoff, emeritierter Bischof der Kaiser- und Printenstadt, spendete den künstlerischen Beiträgen von Florian und den anderen Gestaltern dieser zweieinhalbstündigen Glanzleistungen nach dem Schlussakkord herzlichen und lange anhaltenden Beifall.

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