Fernwärme bleibt ein Muss: Morschenicher wehren sich

Von: Sarah Maria Berners
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Die Rohre für die Fernwärme sind in Morschenich-Neu verlegt. Foto: smb

Merzenich. Der umstrittene Anschluss- und Benutzungszwang für alle Häuser an das Fernwärmenetz im Umsiedlungsort Morschenich-Neu wird nicht aufgehoben. Das hat der Rat der Gemeinde in seiner Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen. Ein Teil der Bürger hatten einen entsprechenden Einwohnerantrag eingereicht.

„Jetzt werden wir einen Bürgerentscheid initiieren“, sagte Franz-Josef Bolz, Morschenicher und Initiator des Einwohnerantrages, nach der Abstimmung. In seinem Vortrag hatte er bereits betont, dass auch eine Klage ein möglicher Weg sei. „Man hat uns einen Zwang auferlegt, mit dem einige Morschenicher nicht zufrieden sind“, sagte Franz-Josef Bolz. „Wir wollen eine freie Wahl für die Wärme- und Wasserversorgung.“ Er wirft der Gemeinde vor, mit dem Anschlusszwang und dem Verbot, andere Energiequellen zu nutzen, eine Hürde für die Umsiedler zu schaffen. „Dabei wollen wir, dass möglichst viele Morschenicher an den neuen Standort ziehen.“

Die Tatsachen sind in Morschenich-Neu allerdings schon geschaffen. Die Rohre für die Fernwärme liegen, das Gebäude für die Holzpelletkessel am Ortsrand ist bereits gebaut und der Vertrag zwischen Gemeinde und Stadtwerken Düren unterzeichnet.

Die Gegner des Anschlusszwangs kritisieren unter anderem eine mangelnde Aufklärung über die Energieversorgung seitens der Gemeinde. Zudem bezweifeln sie, dass das Abstimmungsergebnis für die Fernwärmeversorgung mit Anschlusszwang rechtens ist. Sie bemängeln die Monopolstellung des Anbieters und sorgen sich um die Preisentwicklung (den ausführlichen Antrag gibt es auf www.gemeinde-merzenich.de). Darüber hinaus bezweifeln sie die Wirtschaftlichkeit des Energiekonzeptes für Morschenich-Neu.

Die Entscheidung für den Anschlusszwang war seinerzeit getroffen worden, weil das Projekt anders nicht wirtschaftlich zu stemmen gewesen wäre. Bürgermeister Peter Harzheim betonte, dass der Rat damit dem Willen der Mehrheit der Morschenicher gefolgt war. „Wir haben uns die Entscheidung damals nicht leicht gemacht“, betonten CDU und SPD, die sich auch vor dem Hintergrund der bereits getätigten Investitionen für den Beibehalt des Zwangs aussprachen.

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