Ferien-Filmprojekt: Burggespenst Schluffjann und der Schatz

Von: kt
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Drei Tage wie an einem echten Filmset: Unterstützt von Profis haben 30 Kinder und Jugendliche einen eigenen Mittelalterkrimi verfilmt.

Nideggen. Eine Gruppe von zehn- bis 14-Jährigen verbringt eine Ferienfreizeit auf Burg Nideggen. So weit, so unspektakulär. Doch was passiert, wenn die Kinder und Jugendlichen unverhofft einen Schatz entdecken und sich auf die Spurensuche nach dessen Ursprung machen? Die Erkundungsreise in die Zeit des Burgherren Wilhelm IV. zeigt der Film „Im Schatten der Burg“.

Das Besondere: Gedreht wurde der Mittelalterkrimi von rund 30 Kindern und Jugendlichen, die tatsächlich einen Teil der Ferien auf der Burg verbracht haben – und vom Drehbuchschreiben bis zum Fall der finalen Klappe erlebt haben, wie es an einem Filmset zugeht.

Bei ihren Nachforschungen in Sachen Mittelalterschatz kommen die jungen Detektive schnell auf die Legende von Burggespenst Schluffjann: Gegen den Willen des amtierenden Kölner Erzbischofs hatte Graf Wilhelm IV. den Machtausbau seiner Grafschaft angestrebt und Jülich die Stadtrechte zugesprochen.

Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg ließ er sogar dreieinhalb Jahre im Kerker der Burg einsitzen und ärgerte ihn, wo er nur konnte. Nachdem dieser freigekauft war, verfluchte er den Grafen, der deshalb noch heute als „schleichender Johann“ oder eben „Schluffjann“ durch die Burg geistert.

Zurück zum Filmset: „Dein Helm ist noch nicht zu!“ Mit Argusaugen achtet Yasim darauf, dass die Kostüme bei allen richtig sitzen. Bei seinem kleinen Bruder, gerade in der Verwandlung zum Burgwächter, muss der zehnjährige Requisiteur noch einmal Hand am Kostüm anlegen.

Wie alle anderen jungen Filmschaffenden hat er für den gesamten Dreh eine bestimmte Aufgabe übernommen. Nach eigenem Interesse haben sich die Teilnehmer in Teams aufgeteilt: Unter Anleitung eines Regisseurs und einer Theaterpädagogin sind am Storyboard die Szenen und Dialoge entstanden. Die Requisite hat Kostüme zusammengestellt und die Ausstattung zum Teil selbst gebastelt und genäht.

Die Location-Scouts haben geeignete Szenenbilder rund um die Burg gefunden. Ein Ton-Team hat die passende Musik ausgewählt und überlegt, wie man mit Hintergrundgeräuschen die richtige Atmosphäre erzeugt. Unterstützt von Kameramann Ingo Scheel und Tontechniker Henning Frosch hat sich das Produktionsteam um Aufzeichnung und Schnitt gekümmert.

„Was die Kinder in dieser Woche auf jeden Fall gelernt haben, ist, dass man beim Film immer einen Plan B braucht. Wegen des Regens mussten sie sich mehr als ein Mal Alternativen überlegen“, erzählte Museumsleiterin Luzia Schlösser.

Das Projekt „Kulturrucksack“ des Landes NRW fördert kulturelle Bildungsangebote an außerschulischen Lernorten. Das Burgenmuseum hat in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte verwirklicht – immer mit Bezug zum Mittelalter: Wie wurde damals Musik gemacht? Wie haben die Menschen im Vergleich zu heute Körperpflege betrieben? Wie unterscheidet sich ein Theaterstück aus dem 13. Jahrhundert von einem zeitgenössischen?

Im vergangenen Jahr probierte man sich dann erstmals am Film. Mit einer Filmcrew aus dem Kreis Düren entstand ein Musikfilm, der die gesamte Bandbreite vom höfischen Tanz bis zum Breakdance zeigt. „Die Kinder lernen so indirekt sehr viel über die damalige Zeit“, sagt Schlösser. „Besonders schön ist, dass sehr unterschiedliche Kinder hier sehr gut harmonieren und gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Innerhalb von drei Tagen haben die Kinder und Jugendlichen einen 15-minütigen Krimi voller Spannung realisiert – inklusive einem spektakulären Schwertkampf nach ritterlichen Regeln.

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