Feldmäuse fressen die Kartoffeln hohl

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Schäden an den Kartoffeln sind nicht zu übersehen: Die Feldmäuse, die es in diesem Jahr in Massen gibt, haben zugeschlagen. Foto: Gudrun Klinkhammer

Girbelsrath. Die Schäden sind nicht zu übersehen. Franz-Josef Kley hält Kartoffeln hoch, von denen teilweise nur noch die äußere Schale existiert. Das Innere der Frucht, die gerade frisch vom Feld des Landwirts geerntet wurde, ist komplett leer. Weggefressen von kleinen Nagern.

„Wir haben in diesem Jahr Mäuse ohne Ende“, sagt der Landwirt aus Girbelsrath und legt die Stirn in Falten. Von Girbelsrath bis Eschweiler über Feld beackert der 42-Jährige insgesamt mehr als 100 Hektar Land mit ganz unterschiedlichen Kulturen.

Immer wieder ging er in den vergangenen Monaten seine zahlreichen Felder ab und sah oft schon von weitem: „Da gab und gibt es immer wieder Stellen, die sind ratzeputz kahlgefressen.“ Die aktuellsten Schäden verzeichnete er jetzt an der neuen Rapssaat. Während viele Bahnen auf der dunkelbraunen Erde schon von den ersten, zarten grünen Blättern bedeckt werden, gibt es auch nahezu kreisrunde Stellen, an denen überhaupt nichts wächst. „Das waren die Feldmäuse“, weiß Kley.

Warmer Winter

Besonders nach verhältnismäßig warmen, trockenen Wintern wie dem vergangenen steige die Population der Feldmäuse immer stark an, beobachtete der Fachmann. Um den Mäusen nach einem solchen Anstieg der Population wieder Herr zu werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Feld kann zum Beispiel mit einem Pflug besonders tief bearbeitet werden. Dadurch werden die Nester der lästigen kleinen Nager zerstört. Das Thema Giftköder hingegen ist schwierig.

Breitflächig darf auf den Feldern kein Giftköder ausgebracht werden, außer, es wird eine Ausnahmegenehmigung beantragt und auch erteilt. Daher müssen mittels einer Legeflinte einzelne, für die Mäuse giftige Weizenkörner in die Mäuselöcher eingebracht werden. Dieses Verfahren verhindert zwar, dass sich Greifvögel oder andere Tiere die Köder schnappen. Das Verfahren ist für den Landwirt jedoch auch unglaublich aufwendig und teuer.

Stundenlang heißt es dann, über die Felder zu laufen, die Mäuselöcher aufzuspüren und die kleinen Giftköder dort mittels einer Legeflinte gezielt einzubringen. Dr. Lutz Dahlbeck von der Biologischen Station Düren mit Sitz in Nideggen erklärt sich das aktuelle „Mäusephänomen“ so: „Mäuse haben natürlicherweise sehr starke Bestandsschwankungen, unter anderem aus diesem Grund kommt es alle drei bis vier Jahre zu einer Massenvermehrung.“

Diesen „peaks“ – auf Deutsch bedeutet das Wort „Gipfel“ oder „Scheitelwert“, wie der Biologe es nennt – folgt unweigerlich ein nahezu völliger Zusammenbruch der Populationen, die dann im Anschluss auch wieder mehrere Jahre benötigt, um sich vollständig zu erholen.

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