Feine Klarinettenklänge in der Marienkapelle

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
12541332.jpg
Das Dürener Klarinettenquartett „Kla-Vier“ gastierte am Sonntagnachmittag in der Marienkapelle in Simonskall mit einem bunten, sehr ansprechenden Programm. Die Mitglieder: Patricia Heiliger, Eric Lennartz, Lisa Kusch und Joachim Locker (v.li.). Foto: Gudrun Klinkhammer

Simonskall. Originalliteratur für vier Klarinetten ist vergleichsweise selten. Umso kostbarer, dass gleich zwei Kompositionen dieser außergewöhnlichen Zusammenstellung in der Marienkapelle in Simonskall erklangen. Das Dürener Klarinettenquartett „Kla-Vier“ nahm im Altarraum Platz und servierte einen Ohrenschmaus nach dem anderen.

Zentrale Kompositionen lieferte natürlich der Großmeister der Kirchenmusik, Johann Sebastian Bach. Da Bach allerdings keine Originalliteratur für vier Klarinetten vorlegte, müssen seine Werke für eine derartige Besetzung stets bearbeitet werden.

Die Klarinette, wie sie heute gespielt wird, wurde zu Bachs Zeiten erst erfunden. Für große Kirchenorgel erdachte der berühmte Tondichter die „Große Fuge g-moll“. Eine Fuge ist in etwa aufgebaut wie ein Kanon, Melodien werden übereinander geschichtet und laufen in kunstvoller Weise nebeneinander her. Zum Einsatz brachten die Ausführenden Patricia Heiliger, Lisa Kusch, Eric Lennartz und Joachim Locker viele Mitglieder der Klarinetten-Familie, von der A- über die Es- bis zur Bass-Klarinette.

„Lieder ohne Worte“

Sehr hübsch der kleine musikalische Moment von Franz Schubert „Moment Musical op. 94,3“. Romantisch wurde es dann mit einer Bearbeitung zweier „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Als original für Klarinettenquartett geschriebene Werke erklang das Klezmerstück „Rapsodisch“ von Alexis Ciesla, ebenso der Jazz-Klassiker „Ulla in Afrika“ von Heiner Wiberny. Sahnehäubchen der Darbietungen waren „Café 1930, aus der Historie des Tango“, das Volkslied „Kein schöner Land“ und zum Schluss nochmal ein Stück von Johann Sebastian Bach aus den Goldberg Variationen. Die rund 50 Besucher dankten den sehr gut spielenden Musikern mit viel Applaus auch zwischen den Werken.

Bei „Kla-Vier“ handelt es sich um eine Gruppe um Joachim Locker, Musiklehrer an der Musikschule Düren. Locker: „Meine ehemalige Schüler, die ich von Kindesbeinen an kenne, wurden inzwischen zu Gleichgesinnten. Im Unterricht sehen wir uns nicht mehr, stattdessen musizieren wir als Quartett auf kollegialer Ebene schon seit Jahren immer wieder zusammen.“ Die Kapelle in Simonskall feiert in diesem Jahr ihr 275. Bestehen. Aus diesem Grund feierten Mitglieder der Gemeinde und Gäste im Anschluss an das Konzert noch einen Festgottesdienst.

Die liturgische Leitung lag in den Händen von Regionaldekan Hans Doncks. Der „Verein der Freunde und Förderer der Marienkapelle Simonskall“ mit Berthold Rüttgers als Vorsitzendem an der Spitze initiiert aus diesem Anlass über das Jahr verteilt diverse Veranstaltungen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert