Düren - Feinarbeit: Wo Powervolley-Trainer Falter fundamentale Bedeutungen sieht

Feinarbeit: Wo Powervolley-Trainer Falter fundamentale Bedeutungen sieht

Von: Franz Sistemich
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Stecken die Köpfe zusammen: Stefan Falter und sein Co-Trainer Justin Wolff tauschen sich während der Partie gegen Frankfurt und beraten, ob taktische Änderungen vonnöten sind. Foto: Guido Jansen

Düren. Den größten Unterschied beim 3:1-Sieg der SWD Powervolleys über die United Volleys Rhein Main weist die Statistik bei den Fehlern im Aufschlag auf: Gleich 20 Punkte schenkten die Gäste den Rheinländern. „Wir haben bei unserer Niederlage in Lüneburg 15 Aufschläge ins Netz oder ins Aus geschlagen. Das war schon zu viel“, verdeutlichte Dürens Trainer Stefan Falter die eklatante Schwäche der Frankfurter in diesem Volleyballelement.

Allerdings richtete der Coach der Powervolleys seinen Blick bei der Nachbetrachtung des Spiels eher weg von derartigem statistischem Zahlenwerk und lenkte ihn auf Aspekte, „die nicht so sehr ins Auge fallen, aber von fundamentaler Bedeutung“ seien.

Beispielsweise auf die Spielweise von Marvin Prolingheuer. Der Mittelblocker, mit 210 Zentimetern Länge der größte Dürener Spieler, brachte beim vorletzten Ball von Frankfurts Zuspieler Patrick Steuerwald seine Hand noch so gerade zwischen Spielgerät und Hallenboden. „Das macht nicht jeder 2,10-Meter-Spieler. Diese Szene zeigt aber, wie sich unsere Akteure als Team verstehen und jeder sich für jeden einsetzt“, freute sich Stefan Falter.

Und verwies auf andere Aktionen der Kategorie „nicht so auffallend, aber wichtig: Unsere Blockspieler waren zwar nicht so in unser direktes Angriffsspiel eingebunden, aber sie sind während der gesamten Partie immer richtig mitgesprungen, so dass der Gegner nie genau wusste, über wen denn nun der Angriff laufen würde.“ Dieses intensive Sprungverhalten legten auch nicht alle Mittelblocker an den Tag. Oft genug werde nur ein Angriff vorgetäuscht, was für den Gegner leicht zu durchschauen sei.

Überhaupt kein Problem hatte Falter mit den beiden Assen, die hintereinander zwischen Seitenlinie und Dirk Westphal einschlugen. Es gab keinen Vorwurf an den Annahmespezialisten. Als Taktik war schließlich vorgegeben, das Spielfeld dicht zu machen, Westphal rückte also etwas in die Mitte. „Wenn dann der Gegner das Risiko gehen muss, den Ball zwischen Linie und Annahmespieler zu schlagen und es gelingt ihm zweimal perfekt, dann sage ich halt: Glückwunsch.“

Einen Glückwunsch richtete der Trainer auch in Richtung Stijn d‘Hulst: „Jeder in der Halle wusste, dass bei 24:22 im vierten Satz der Aufschlag von Stijn dahin kommen sollte, wo er auch hinkam. Und dann knallt er den Ball genau mit Risiko dahin, ein Gästespieler berührt ihn noch – Ass. Das tut dann auch so richtig weh.“

Am Montag durften Falters Spieler den Sieg noch genießen. Ab Dienstag steht in vier intensiven Abendeinheiten die Vorbereitung auf die beiden nächsten Spiele an: Sonntag in Innsbruck gegen die Hypo Tirol Alpen Volleys aus Österreich und Unterhaching, Mittwoch kommender Woche das Pokalspiel in Berlin.

Direkt von Innsbruck aus werden Falter und Spieler in die deutsche Hauptstadt fahren. Und dort werden sie trainieren können als befänden sie sich in Düren. Stefan Falter: „Die Berlin Recycling Volleys haben uns nach unserer Anfrage diese Möglichkeiten geschaffen. Das beweist das gute Verhältnis zwischen den beiden Vereinen. Wenn die mal mit solchen Wünschen an uns herantreten, werden wir sie erfüllen.“

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