Düren - Feierliche Schlussandacht der Annaoktav

Feierliche Schlussandacht der Annaoktav

Von: Julian Loevenich
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Zum Abschluss der Annaoktav verschloss der Aachener Weihbischof Dr. Johannes Bündgens die Annareliquie wieder in ihrem Schrein. Foto: Julian Loevenich

Düren. Sechs Mal knackt es, dann ein Quietschen der Türen, ehe der siebte und letzte Schlüssel die Reliquie der Heiligen Mutter Anna hinter ihrem Schutzmantel, dem Annaschrein, für die nächsten 356 Tage verschließt wird und damit die Anna-Oktav 2013 beendet ist.

Zuvor aber feierten die Gläubigen in einem voll besetzten Gotteshaus mit Weihbischof Dr. Johannes Bündgens aus Aachen und Pfarrer Hans-Otto von Danwitz die Schlussandacht einer Woche, die sich immer wieder mit der einen Frage auseinandersetzte: „Wer ist mein Nächster?“

Jene Frage, die so simpel erscheint. Jene Frage, die zur selben Zeit aber eine ungeahnte Selbstreflexion verursacht. Und jene Frage, die Johannes Bündgens in seiner Predigt zu beantworten versuchte. Er sprach von der heutigen Konsumgesellschaft, „in der wir alle über das Internet kommunizieren können, in der uns unsere Nachbarn aber so fern sind.“

Dieser Gesellschaft der Entfremdung und des Auseinanderlebens, setzte er die Großeltern, jene Generation also, die nachhaltiges Denken auszeichne, die Fürsorge um die Enkel, um den Zusammenhalt der Familie, gegenüber. „Diese Weisheit der Alten brauchen wir in der Kirche“, appellierte Bündgens, der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft als die Charakteristiken der Christenheit festsetzte.

Für Solidarität, so der Weihbischof weiter, werbe auch Jesus, der betont habe: „Alle Menschen sind doch meine Nächsten.“ Daher dürften wir nicht nur um uns selbst kreisen, forderte Johannes Bündgens. Für ihn sei die Frage nach dem Nächsten letztlich eine, die sich selbst ad absurdum führe, und die Menschen doch immer wieder zum Wesen der Kirche führe.

Mit seiner Predigt gelang es Johannes Bündgens, die Gläubigen anzuregen und die Woche mit einem interessanten Denkanstoß auch nachhaltig zu prägen. Zum feierlichen Abschluss der Andacht erklang Georg Friedrich Händels „Halleluja“ aus dem Messias: ein ehrwürdiger, ja himmlischer Abschluss der diesjährigen Anna-Oktav.

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