Kreis Düren - FDP: Vorsitzende will gehen, niemand folgt

FDP: Vorsitzende will gehen, niemand folgt

Von: Sarah Maria Berners uns Stephan Johnen
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Kreis Düren. Die Reserveliste der FDP wird nicht zur Kreistagswahl am 25. Mai zugelassen. Ingola Schmitz hat nach der Sitzung des Landeswahlausschusses angekündigt, Konsequenzen zu ziehen, einen Parteitag einzuberufen und von ihrem Amt zurückzutreten. Sie gehe davon aus, dass weitere Vorstandskollegen diesem Schritt folgen werden.

„Etwas überrascht“ von dieser Äußerung zeigte sich am Freitag Egbert Braks, stellvertretender Kreis-Parteivorsitzender aus Kreuzau. „Wenn alle zurücktreten, löst das keine Probleme. Erst recht nicht vor einer Wahl“, sagte er. Braks sehe persönlich „keine Notwendigkeit“ für diesen Schritt, sehe sich „auf der richtigen Seite“ und wolle sich der „harten, internen Diskussion“ mit der Parteibasis stellen. Braks: „Ein Rücktritt kann auch der einfachste Schritt sein.“ Doch diesen Weg wolle er nicht beschreiten. Aufgabe müsse es nun sein, den FDP-Kreisverband wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, „die Sache wieder zusammenzubacken“.

Auch Helmut Jansen aus Kreuzau, wie Egbert Braks stellvertretender Vorsitzender der Kreispartei, sieht keinen Grund, sein Amt niederzulegen. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt er. „Der Vorstand hat sich in Teilen verselbstständigt, mein Rat war nicht mehr gewünscht“, kritisiert er. Der angekündigte Rücktritt von Ingola Schmitz hingegen sei „nur konsequent“. Jansen: „Ich bin zu Tode traurig, dass die FDP im Kreis Düren, die gut aufgestellt war, nun vor einer ungewissen Zukunft steht.“ Das Geschehen rund um die Aufstellung der Reserveliste könne er „einfach nicht nachvollziehen“.

Auch Schatzmeister Walter Obladen zeigte sich angesichts der Äußerung von Ingola Schmitz irritiert. „Ich bin demokratisch gewählt worden und sehe keine Notwendigkeit für einen Rücktritt“, sagte er unserer Zeitung. Er gab an, in den vergangenen Wochen über „wesentliche Dinge“ nicht informiert gewesen zu sein. Obladen rechnet mit Neuwahlen und hofft, dass sich viele Ortsvereine einbringen, um wieder eine „funktionsfähige Mannschaft“ aufzustellen. Wenn gewünscht, stehe auch er weiterhin zur Verfügung. Schriftführerin Anneliese Conrad-Wienands war am Freitag nicht zu erreichen.

„Ich finde es in Ordnung, dass die Liste abgelehnt worden ist. Eine andere Entscheidung hätte der Demokratie geschadet“, bilanziert Hubert Cremer, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Düren. Der Neuanfang der FDP im Kreis Düren sei allerdings „verhindert worden“. Er hofft, dass der Wähler „zwischen der FDP im Kreis und der FDP in den Städten und Gemeinden unterscheiden kann“.

Darauf setzt auch Stephan Cranen, FDP-Vorsitzender in der Gemeinde Hürtgenwald: „Wir werden jetzt den Dialog mit den Bürgern suchen, um ihnen zu erklären, dass dies zwei Paar Schuhe sind.“ Es gelte mit Sachthemen zu überzeugen – und das ist auch ein Wunsch, den Cranen an den Kreisverband richtet. „Wäre es von vornherein um Sachthemen gegangen, wäre es nicht so weit gekommen.“ Die Kreis-FDP müsse sich jetzt neu aufstellen“, sagt Cranen, der es bedauert, dass seine Partei wichtige Themen auf Kreisebene, wie zum Beispiel die Veränderung der Schullandschaft angesichts des demografischen Wandels, in den kommenden sechs Jahren nicht mitgestalten kann.

Die Staatsanwaltschaft, die – wie bereits berichtet – wegen Urkundenunterdrückung ermittelt, hat unterdessen noch keine neuen Erkenntnisse. Derzeit dauern nach Angaben eines Sprechers die Zeugenbefragungen an.

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