Düren/Berlin - „Faulster Abgeordneter Deutschlands”: Nietan auf Platz drei

„Faulster Abgeordneter Deutschlands”: Nietan auf Platz drei

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Versichert, die Füße nie hoc
Versichert, die Füße nie hoch zu legen: Dietmar Nietan. Foto: Abels

Düren/Berlin. Josef Vosen wurde einst von Deutschlands größter Boulevard-Zeitung als „faulster Abgeordneter Deutschlands” abgestempelt, weil er als Bürgermeister öfter in Düren weilte als an Plenarsitzungen des Bundestages im damaligen Regierungssitz Bonn teilzunehmen.

Jetzt steht wieder ein Dürener ganz oben auf einer vom Internetportal „Abgeordnetenwatch.de” veröffentlichten Liste der „Blaumacher”, die sich mit der Präsenz der Volksvertreter bei namentlichen Abstimmungen auseinandersetzt.

62 Mal wurden die Abgeordneten seit Beginn der Legislaturperiode im September 2009 namentlich zur Urne gerufen (Abstimmungen über Einzelpläne im Haushalt oder einzelne Änderungsanträge nicht inbegriffen). Dietmar Nietan fehlte nach Angaben des Portals 32 Mal und belegt damit unter den 620 Abgeordneten den dritten Platz, hinter dem CSU-Politiker Peter Gauweiler (36) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (35). Zum Vergleich: 142 Abgeordnete fehlten bei keiner Abstimmung, die Dürener Thomas Rachel (CDU) und Oliver Krischer (Grüne) jeweils zweimal.

Nietan ein notorischer Parlamentsschwänzer? Wir erreichen den 47-Jährigen in Berlin auf dem Weg zu einer Plenarsitzung. An 16 Tagen mit namentlichen Abstimmungen habe er tatsächlich gefehlt, räumt der SPD-Kreis- und Bezirksvorsitzende ein. Tage, an denen zum Teil mehrere Urnengänge anstanden.

Das aber habe Gründe gehabt, erklärt Nietan zu seiner Ehrenrettung. Er verweist auf seine Mitgliedschaft im Bundestagsausschuss für EU-Angelegenheiten und seine stellvertretende Mitgliedschaft im Auswärtigen Ausschuss des Parlaments, die ebenso oft mit Auslandsreisen verbunden seien wie seine Tätigkeit als stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe für EU-Angelegenheiten in der SPD-Bundestagsfraktion.

„Ich habe die Füße an keinem Tag hochgelegt”, versichert der Dürener und erinnert auch daran, dass er nach der NRW-Landtagswahl im Sommer 2010 zwei Monate lang für die SPD die Koalitionsgespräche in Düsseldorf mitgeführt hat. Im vergangenen Jahr habe ihn zudem eine Krankheit mehrere Wochen lang außer Gefecht gesetzt.
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