Faulenzen ist für John und Lukas keine Option

Von: Bruno Elberfeld
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Hereinspaziert: John Meklenbur
Hereinspaziert: John Meklenburger (links) und Lukas Pohl empfehlen ihren Altersgenossen Ferienjobs, um erwachsener und unabhängiger zu werden. Foto: bel

Mariaweiler. Ferienzeit ist Zeit zum Wegfahren und zum Faulenzen. Für viele junge Leute ist sie aber auch Arbeitszeit. Wir haben zwei Ferienjobber an ihrer Arbeitsstelle besucht.

Erwartungsvoll sitzen sie da im Konferenzzimmer für Besucher der Firma „Gebrüder Kufferath Düren (GKD)”, die beiden Ferienjobber John Meklenburger, 15-jähriger Realschüler aus Oberzier, und Lukas Pohl, Maschinenbaustudent aus Hoven. Am Freitag werden sie drei Wochen Arbeit hinter sich haben und müssen neuen Ferienarbeitern weichen. GKD gibt möglichst vielen Schülerinnen und Schülern, Studentinnen und Studenten die Chance, sich in dem Mariaweiler Betrieb in der unterrichts- und hochschulfreien Zeit etwas dazu zu verdienen.

Das ist es aber nicht alleine, was die Firmenleitung bewegt, jeweils zehn Bewerber für je drei Wochen einzustellen. Sabine Küppers-Rößling, Personalreferentin, gibt eine wichtige Firmenphilosophie preis: „Wir möchten recht früh junge Leute an uns binden und sie so ausbilden, dass sie für unseren familiär strukturierten Betrieb zu wichtigen Stützen werden.” Personalleiter Rolf Hoffman ergänzt: „Die jungen Leute spüren einfach, dass wir für sie da sind.”

„Gut aufgehoben”

Maschinenbaustudent Lukas Pohl kann die Aussage „familiäre Atmosphäre” bestätigen. „Ich fühle mich in diesem Team angenommen und gut aufgehoben”, erläutert er eines der Motive, das ihn nun schon zum wiederholten Mal bei GKD arbeiten lässt. Natürlich möchte der junge Mann auch Geld verdienen. Dieses Geld wird er sparen, irgendwie sinnvoll verwenden, um sich von seinem Zuhause finanziell etwas unabhängiger zu machen.

Pohl kennt den Betrieb an der Metallweberstraße in Mariaweiler. Vor fünf Jahren absolvierte er dort ein Jahrespraktikum. Damals schon liebäugelte er damit, einmal in dieser Firma zu arbeiten. Schon früh faszinierten ihn Maschinen. Metalle aller Art interessierten ihn schon als Schüler. Und wenn sie jetzt - wie bei GKD - in solch tollem Design als Metallgewebe daherkommen, macht es ihm doppelten Spaß, damit zu arbeiten.

„Ich denke sehr oft und gezielt an die Zukunft”, verrät der zukünftige Ingenieur, „und dabei kann mir die Tätigkeit hier helfen.” Er erkenne jetzt noch besser die Zusammenhänge, sagt er, um die Arbeit als eine sinnvolle und zukunftsträchtige Tätigkeit zu sehen.

Realschüler John Meklenburger denkt und fühlt ähnlich wie sein älterer Kollege. Auch er braucht das Geld, auch er will Erfahrungen für seinen Wunschberuf „Industriemechaniker” machen. „Es ist ein gutes Gefühl für mich”, pickt er sich einen Grund heraus, diesen Ferienjob zu machen, „selbst verdientes Geld in der Tasche zu haben und darüber entscheiden zu können.” Denn selbst verdientes Geld habe einen anderen Stellenwert, weil die eigene Arbeit und die eigene Anstrengung dahinter steckten.

Auch er will das Geld sparen und vernünftig anlegen. Gewiss hat er schon Praktika absolviert, die ihm einen kleinen Blick in die Arbeitswelt ermöglichten. Doch sei es etwas anderes, aus eigener Initiative einen Job zu suchen und anzunehmen. „Ich kann allen jungen Leuten raten”, sagt John Meklenburger, „möglichst oft Ferienjobs anzunehmen, denn das hilft, erwachsen zu werden.” Zumal, und da stimmt auch Lukas Pohl zu, der Kontakt mit dem Betrieb gepflegt werde, in dem man später mal arbeiten wolle.

Es gibt in Düren keine Zentrale, die Ferienjobs vermittelt. Die Bundesagentur für Arbeit Düren teilte mit, dass Ferienjobs nur durch Eigeninitiative der Schüler und Studenten zustande kämen. Das „finanzielle Paradies” für Ferienjobber seien im Übrigen die Aushilfsarbeiten während der Annakirmes.
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