Faszination Farbe: Dürener Kunstwerk unterwegs nach London

Von: Sarah Maria Berners
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„Spiegel-Clowns”, ist dieses
„Spiegel-Clowns”, ist dieses Werk überschrieben. Sein Bild „Zyklop” hat der Dürener Jens Ochel nun zu einer Ausstellung nach London geschickt. Foto: Berners

Düren. Mit Kunst hatte Jens Ochel eigentlich nicht viel zu schaffen. Mal ein Ausstellungsbesuch, mehr nicht. Doch dann standen da die Farben in der Kölner Wohnung - gar nicht seine eigentlich. Seine Frau hatte sie geschenkt bekommen. Aber Jens Ochel fing an zu malen.

2004 war das, und aus dem Versuch ist mittlerweile ein Passion geworden. Und mittlerweile lebt Ochel in Düren. In seinem Atelier unter dem Dach riecht es nach Ölfarben. An den weiß getünchten Backsteinen hängen Gemälde - eigene und die anderer Künstler. Die Balken des Dachstuhls und die hohe Decke bestimmen die Atmosphäre, durch das Dachfenster dringt Licht. Hier lässt es sich kreativ sein. Und bunt.

Farbenfroh

Ochels Gemälde sind farbenfroh und expressionistisch. Es ist die abstrakte Kunst, die den 43-Jährigen fasziniert. Es sind Bilder, die dem Betrachter nicht vorgeben, was er sehen soll. Sie sind offen, so wie es auch ihr Entstehungsprozess ist. „Manchmal”, sagt Ochel, „entstehen Figuren, die ich im weiteren akzentuiere.” Manchmal.

Zwischen seiner Kunst und seinem Beruf sieht Jens Ochel viele Parallelen. Er arbeitet als Coach, unterstützt Menschen bei beruflichen Herausforderungen. „Ich ermutige die Menschen, Situationen aus verschiedenen Perspektiven zu sehen”, sagt Ochel. Und in unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen sieht er gerade auch den Reiz der abstrakten Kunst.

„Du kannst das nicht. Du bist nicht kreativ.” Ochel erinnert sich noch gut an den Kunstunterricht in der Schule. Als Erwachsener, mit etwas Distanz, ist er spielerisch an das Ganze herangegangen. „Es kommt mir nicht auf das Ergebnis an”, sagt Ochel. „Sondern auf den Prozess.” Das befassen mit Farben, Pinsel, Spachtel und Leinwand sei für ihn beglückend. Und es gebe ihm Kraft als Ausgleich zu einem Beruf, in dem Kopfarbeit gefragt sei. Die Leichtigkeit spiegelt sich in den Werken wieder.

Spielerische Art

Auf seine spielerische Art sind Gemälde entstanden, von denen Freunde sagten, sie könnten sich sehen lassen. Ausgestellt hat Ochel bisher trotzdem noch nicht. Er zeigt einige seiner Werke allerdings im Internet - und eines hat er nun sicher verpackt nach London geschickt. Ab morgen ist es im Stadtteil Chelsea in einer Ausstellung zu sehen. Dort stellen Menschen aus aller Welt für einige Tage aus. Ihnen gemeinsam ist die Freude an der Kunst und die Tatsache, dass sie nicht von der Kunst leben und trotzdem sehenswertes schaffen.
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