Fast wie in den amerikanischen Südstaaten

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Sie boten ein erstklassiges Konzert: der Gospelchor „Crescendo”. Beide Auftritte in der Windener Pfarrkirche St. Urbanus wurden vom Publikum umjubelt. Foto: Schmitz

Winden. Lebensbejahende Rhythmen und Songs, aber auch tiefe Nachdenklichkeit gab es beim Gedächtniskonzert von Crescendo für Martin und Gerd Schröteler, das mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Zwei Auftritte absolvierte der Gospelchor in der Windener Pfarrkirche St. Urbanus, die zeitweise eher an ein Gotteshaus in den amerikanischen Südstaaten erinnerte.

Sowohl schwungvolle Gospels, die das Publikum mitrissen, als auch „leise” Lieder, die Raum gaben für Erinnerungen, brachten die Sänger zu Gehör. Die Grundeinstellung des Konzertabends war aber positiv und für den Kreuzauer Chor wohl auch ein Experiment. Erstmals trat die Formation ohne Begleitband, aber auch ohne die bisherige Chorleiterin auf. Chor und Leiterin gehen getrennte Wege, wie in einem kurzen Statement vor Konzertbeginn verkündet wurde.

Ein Auftritt voller Harmonie

So begann zunächst eine musikalische spannende Phase, in der Crescendo ohne Dirigat, ohne Gestaltungs- und Orientierungshilfe und zu überwiegend eingespielter Musik ihr Konzert meistern musste. Da zeigte sich, dass aus den „musikalischen Laien” - ein Begriff mit dem die Gruppe gerne kokettiert - schon längst ein Chor geworden ist, der auch auf sich gestellt für hohe musikalische Qualität steht. Die Darbietungen hatten schon fast professionelles Niveau, ein Auftritt voller Harmonie. Der Chor imponierte, jedes Chorstück war ein Genuss. Die Solisten verbreiteten mit ihren überwiegend ausgezeichneten Leistungen eine fantastische Atmosphäre.

Die Zuhörer in der Kirche gingen begeistert mit, manche hielten es in den Kirchenbänken nicht aus, bewegten sich wie der Chor im Rhythmus der Gospels mit. „Crescendo-Dauerbrenner” waren dabei, wie „O Happy Day” oder die Ohrwürmer aus „Sister Act”, fulminant und furios vorgetragen, sowie „Get together” oder „Jesus love”. Der Chorklang litt nicht unter dem Playback, schien phasenweise noch besser zur Geltung zu kommen, da die Sänger hervorragend abgemischt wurden. Den Unterschied merkte man, wenn bei einigen Stücken Thomas Maintz den Chor auf der Gitarre begleitete.

Crescendo wogte aber nicht nur auf „alten Wellen”, sondern brillierte mit neu Einstudiertem wie „He is always close to you” oder „Unwritten”. Gefühlvolle Stücke wie „You raise me up” oder „That´s why I sing” , das man fast als Credo der Gruppe bezeichnen könnte, rundeten ein Programm ab, das einerseits an die Zeit erinnerte, als Martin Schröteler vor nunmehr 37 Jahren den Erfolgsweg der außergewöhnlichen Formation einleitete, aber auch daran, dass der Chor nach seinem Tod nicht aufgab und weitermachte.

Das Gedächtniskonzert für den Chorleiter und seinen Bruder, der im Chor mitsang, wurde vom Publikum begeistert aufgenommen, Standing Ovations für ein großartiges Ensemble. Vielleicht wird auch das Flehen von Dieter Döppengießer in der Kirche erhöht. Crescendo sucht dringend Bassstimmen.
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