Düren - Fast 400 Tonnen Laub im Jahr: Die Rutschgefahr auf den Straßen bannen

Fast 400 Tonnen Laub im Jahr: Die Rutschgefahr auf den Straßen bannen

Von: Nadine Tocay
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Udo Lepper und sein Team beseitigen von Mitte Oktober bis Anfang Dezember das Laub. Mit Laubbläsern und einem Straßenreinigungswagen säubern sie Gehwege und Straßen. Foto: Nadine Tocay
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Die fünfjährige Zeynep (links) und ihre Freundin Sophia (4) basteln im Kindergarten „Lollypop“ mit bunten Blättern.

Düren. Es staubt auf der Wewordenstraße in Düren. Unzählige braune Blätter fliegen durch die Luft. Im Hintergrund ertönt ein lautes Brummen. Laubbläser wirbeln Blätter über die Straße. Der Herbst ist auf den Straßen angekommen und die Reinigungskolonne von Udo Lepper ist unterwegs. Seit Mitte Oktober sorgen er und sein Team des Dürener Service Betriebs mit der Laubbeseitigung für saubere und sichere Wege.

 700 Straßen liegen in ihrem Gebiet. „Wir können nicht alle regelmäßig reinigen. Das sind viel zu viele“, sagt Lepper. Man konzentriere sich auf die Stellen, an denen viele Bäume stünden und im Herbst dementsprechend viele Blätter fielen. Denn dort sei die Gefahr, auf nassem Laub auszurutschen, am höchsten.

Mit einem Straßenreinigungswagen saugt Lepper die Blätter auf. Vorneweg laufen drei seiner Mitarbeiter. Sie kümmern sich um die Vorarbeit: das Laub mit Bläsern an den Rand der Fahrbahn befördern.

Der Mechanismus, mit dem das Laub aufgenommen wird, funktioniert ähnlich wie bei einem Staubsauger. Das sogenannte Kehraggregat ist an der rechten Seite des Fahrzeugs befestigt. Es sind Bürsten, die die Blätter zu dem Saugmund und von dort durch ein Rohr in den Behälter führen. Laub auf einer Fläche von durchschnittlich rund drei Metern kann so auf einmal eingesaugt werden. Die Saugkraft gibt nach, wenn sich der Platz in dem Behälter dem Ende entgegen neigt.

„Manchmal verstopfen die Rohre. Zum Beispiel wenn Äste dabei sind. Dann muss man aussteigen und alles auseinanderbauen“, sagt Lepper. Das halte zwar auf, sei aber nicht zu ändern. Auch wenn es geregnet habe und das Laub nass sei, sei die Beseitigung eine Herausforderung. „Es gibt auch Witterungsbedingungen, da macht es gar keinen Sinn, rauszufahren“, erklärt er. Wie bei Sturm.

Circa eine Stunde dauert es, bis der sechs Kubikmeter große Innenraum des Wagens voll ist. Dann fährt Lepper mit dem Fahrzeug zurück auf den Hof und entleert es dort. Drei bis fünf Mal pro Tag. Fast 400 Tonnen kommen so in der Saison zusammen.

Auf dem Hof des Service Betriebs lagert das Laub. Einmal pro Woche wird es von einer Krefelder Firma mit einem Lkw abgeholt und dann weiterverarbeitet; es wird gesiebt und getrocknet. „Die Metallteile werden der Schrottverwertung zugeführt. Die organischen Anteile werden zur Kompostierung gegeben“, erläutert Nicole Jäger von der Abfallberatung des Service Betriebs.

Um der großen Menge Herr zu werden, ist der Betrieb mit rund 60 Personen im Einsatz. Neben der Reinigung der Straßen werden unter anderem auch Gullys und Rinnen gesäubert, damit Regenwasser ungehindert durch die Kanalisation abfließen kann.

Noch bis Anfang Dezember sind die Kolonnen auf den Straßen. Bis dahin ist der Großteil der Blätter beseitigt, dann steht die nächste Aufgabe an: „Sobald es beginnt, zu schneien oder frieren, hat der Winterdienst Vorrang. Um den kümmern wir uns nämlich auch“, sagt Lepper.

Basteln mit Kindern: bunte Herbstketten aus Blättern für Türen und Fenster

Die bunten Blätter, die von den Bäumen fallen, enden nicht immer direkt bei der Kompostierung. Im Vorfeld nutzen vor allem Kinder sie gerne, um mit ihnen zu basteln. Im AWO-Kindergarten „Lollypop“ in Birkesdorf werden bunte Herbstketten kreiert. Die fünfjährige Zeynep und die vierjährige Sophia haben das schon ausprobiert. Die fertigen Ketten zieren nun die Eingangstüren, die Mensa und Fenster der Tagesstätte. Alles, was man braucht, um sie herzustellen, sind eine Schere, Tesafilm, ein paar Fäden aus Wolle, ein Locher und bunte Blätter.

Und so funktioniert es: Zuerst werden die Blätter gelocht, danach werden beliebig viele auf eine etwa 50 Zentimeter lange Wollschnur aufgefädelt. Im Anschluss werden die Blätter vorsichtig auseinandergezogen und auf der Schnur verteilt. Mit Tesafilm kann die Kette danach an Fenster- oder Türrahmen befestigt werden.

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