Familienunternehmen GKD: Weniger Umsatz, höherer Ertrag

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Im Architektursegment setzte GKD Südafrika mit der Fassadengestaltung der nationalen Statistikbehörde in Pretoria Maßstäbe. Eine halbe Million per Hand applizierte Knöpfe prägen die Fassade. Foto: GLH-TE JV

Mariaweiler. Trotz zahlreicher Herausforderungen und Unsicherheiten im internationalen Umfeld das Dürener Familienunternehmen GKD Gebr. Kufferath (GKD) auf einen erfreulichen Geschäftsverlauf im Jahr 2016 zurück. Der Umsatz ging zwar von 84,2 auf 83 Millionen Euro zurück, der Rohertrag konnte jedoch durch einen erheblich geringeren Materialeinsatz deutlich verbessert werden. Angaben zum Gewinn machte das Unternehmen nicht.

Die Investitionen beliefen sich 2016 auf 5,1 Millionen Euro und lagen damit über Vorjahresniveau (4,4 Millionen Euro). Unter anderem investierte GKD in die Digitalisierung und in neue Webmaschinen am Stammsitz Mariaweiler. neue Maschinen. Ende 2016 beschäftige GKD konzernweit 699 Mitarbeiter (Vorjahr: 693), davon 423 (Vorjahr: 410) in Mariaweiler.

„Wir sind mit dem Geschäftsergebnis sehr zufrieden“, betont Dr. Stephan Kufferath. Trotz schwieriger Marktbedingungen habe das Unternehmen seine weltweit führende Marktposition in allen Geschäftsbereichen behauptet. Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen verlief entsprechend dem jeweiligen konjunkturellen Umfeld unterschiedlich.

In den industriellen Anwendungsbereichen, die mit ihren Lösungen einen Beitrag für eine saubere Welt leisten, stieg der Umsatz deutlich: 74,1 Prozent betrug ihr Anteil am Konzernumsatz im Jahr 2016. Beispielhaft dafür standen erneut Anwendungen zur Wasserbehandlung und -aufbereitung, wo Industriegewebe und Prozessbänder zum Klären, Säubern und zur Fest-/Flüssigtrennung eingesetzt werden. Auch das Geschäft mit der Vliesstoffindustrie, die weltweit besonders wächst, entwickelte sich nach GKD-Angaben positiv.

Der Bereich Architektur konnte das Vorjahresergebnis wider Erwarten nicht halten. Grund war die branchentypische Volatilität, die in den USA zur Verschiebung eines Großprojektes in das erste Quartal 2017 geführt habe.

Mit Abstand zweitgrößter Umsatzträger im Konzern ist GKD USA, wo insbesondere die industriellen Anwendungsbereiche starkes Wachstum verzeichneten. Als drittgrößtes Werk in der Gruppe steigerte GKD Südafrika seinen Umsatz im niedrigen zweistelligen Bereich. Das weltweite Kompetenzzentrum der GKD-Gruppe bedient nicht nur die Minen in Südafrika, sondern ist auch im Export und anderen industriellen Anwendungsbereichen sehr stark.

Der noch kleine Standort GKD Indien verbuchte 2016 sowohl im industriellen Bereich als auch in der Architektur ein exponentielles Umsatzwachstum. „Das Ergebnis belegt unseren Ansatz, diesen enorm aufstrebenden Wachstumsmarkt durch lokale Fertigung zu erschließen“, sagt Ingo Kufferath. Bereits 2016 wurde die Zahl der Webmaschinen im indischen Werk verdoppelt und wird in 2017 nochmals um die gleiche Anzahl erhöht.

Kooperation nicht nur mit Indien

Für Ingo Kufferath ist diese Entwicklung zugleich ein gelungenes Beispiel für die globale Arbeitsteilung in der Gruppe. „Wir sind der Industrie mit unseren guten Produkten weltweit gefolgt. Durch Kooperation unserer Werke in Indien, China und den USA bedienen wir die anspruchsvolle Kundschaft heute nicht nur im indischen Markt“, erklärt er.

Vor allem im laufenden und kommenden Geschäftsjahr wird der Konzern nach seiner Einschätzung davon verstärkt profitieren. GKD China verlagerte im Jahr 2016 nach langer Suche seinen Standort von Peking in die 520 Kilometer südöstlich gelegene Stadt Qufu und verzeichnete aufgrund von dadurch bedingten Ausfallzeiten einen Umsatzrückgang.

„Durch die extreme Umweltverschmutzung in der chinesischen Hauptstadt waren die erforderlichen Fertigungsbedingungen für Feinstgewebe nicht mehr gegeben“, verdeutlicht Stephan Kufferath die Notwendigkeit dieses Schritts. In Qufu, Geburts- und Sterbeort von Konfuzius, fand GKD in einem modernen Industriegebiet mit exzellenter Verkehrsanbindung die gesuchten Voraussetzungen.

Für das laufende Geschäftsjahr geht die GKD-Gruppe trotz zunehmender Unwägbarkeiten im internationalen Umfeld von einem moderaten Wachstum aus.

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