Familie Graaff errichtet auf Gut Veitzheim eine Kapelle

Von: Stephan Johnen
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Die Familie Graaff aus Soller hat die Mutter-Teresa-Kapelle auf Gut Veitzheim errichtet. Foto: Johnen
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Die Familie Graaff aus Soller hat die Mutter-Teresa-Kapelle auf Gut Veitzheim errichtet. Foto: Stephan Johnen
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Weihbischof Johannes Bündgens segnete das Gotteshaus am Samstag unter reger Beteiligung der Gemeindemitglieder ein. Foto: Stephan Johnen

Soller. „Wir könnten eigentlich eine Kapelle bauen.“ Mit diesem Gedanken hat vor rund zehn Jahren alles begonnen, blickt Kurt Graaff zurück. Der 47-Jährige ist gläubiger Katholik, er kommt aus einer frommen Familie, zwei seiner vier Brüder sind Priester. Mit seiner Frau Sabine (46) bewirtschaftet er Gut Veitzheim bei Soller.

„Wir wollten einen Raum der Stille und des Gebets schaffen“, sagt Kurt Graaff. Das kleine Gotteshaus soll für alle Menschen offenstehen. Und mit seiner Lage zwischen Soller und Vettweiß sei Gut Veitzheim als Standort ideal. Die Idee war geboren, die Umsetzung dauerte etwas länger. Am Samstag segnete Weihbischof Dr. Johannes Bündgens die Mutter-Teresa-Kapelle ein. Mehr als 300 Menschen nahmen am Festgottesdienst teil.

„Es ist ein schönes Gefühl, wieder eine Kapelle einzusegnen“, sagte Weihbischof Johannes Bündgens. „Gerade in Zeiten, in denen wir oft über die Schließung von Kirchen reden, ist das ein wichtiges Signal.“ Gotteshäuser seien Landmarken einer christlichen Kulturlandschaft. „Die Kapelle ist auch ein öffentliches Glaubensbekenntnis der Familie“, sagte Bündgens bei der Einsegnung.

Mit der Kapelle möchten Kurt und Sabine Graaff und ihre Kinder Daniel (20) und Elisabeth (19) Dank sagen. „Wir möchten Gott danken, dass wir uns und unsere Familie haben“, sagt Sabine Graaff. Ein klares Zeichen „für den Frieden“ sei die Wahl der Schutzpatronin. „Mutter Teresas Leben steht für Bescheidenheit, Nächstenliebe und absolute Barmherzigkeit“, erklärt Sabine Graaff. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester hat die 46-Jährige mehrere Monate als Missionarin auf Zeit in Indien gelebt und in einem Krankenhaus gearbeitet. Sie hat die Nöte der Menschen vor Ort kennengelernt – und bis heute eine sehr enge Verbindung zum Wirken Mutter Teresas.

Vor einigen Jahren, die Idee des Kapellenbaus reifte noch, haben die Graaffs mit Pfarrer Gerd Kraus den von Mutter Teresa gegründeten Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ angeschrieben und um eine Reliquie gebeten. Die Graaffs schilderten ihre Pläne, einen Gebetsraum zu schaffen und diese Reliquie dort zu verwahren. „Ein Jahr lang haben wir nichts mehr gehört“, sagt Kurt Graaff. Bis plötzlich ein Paket ankam. Darin befanden sich ein Brief und ein ganz kleines Stück Stoff. Es soll sich um ein Stück eines von Mutter Teresa getragenen Gewandes handeln. „Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass wir mit dem Bau beginnen müssen“, schildert Kurt Graaff. Seine Familie empfinde es als große Ehre, eine Reliquie in der Kapelle verwahren zu dürfen.

Mit einem Architekten wurden Pläne entworfen, die Familienmitglieder steuerten Ideen bei, gemeinsam wurde rund um den Küchentisch die Materialauswahl (überwiegend kamen Bruchsteine zum Einsatz) besprochen, der Bauantrag wurde gestellt – und genehmigt. „Wir hatten keinen Zeitdruck“, sagt Kurt Graaff. Die Baustelle habe sich „selbst organisiert“, die Zusammenarbeit aller Handwerker sei hervorragend gewesen. Weil der Familie die Kunstwerke von Otmar Alt gut gefallen, wurde spontan ein Vorstoß gewagt, ob Alt womöglich Kirchenfenster gestalten könne.

Der Künstler antwortete – und plötzlich standen die Graaffs in dessen Atelier. Neben vier Personen, die die Familienmitglieder symbolisieren, sind ein Herz, eine Taube als Zeichen des Friedens und das Familienwappen auf den Fenstern, die in Linnich hergestellt wurden, zu entdecken. Über die Kosten des Kapellenbaus möchte sich die Familie nicht äußern. Sie sei größer geworden als vor zehn Jahren angedacht. Aber auch „umso schöner“, findet Kurt Graaff.

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