Nideggen - Falco und Queen rocken den Burghof

Falco und Queen rocken den Burghof

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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„A Concert Made in Heaven“: Freddy Mercury alias Sascha Lien (links) und Falco alias Axel Herrig verzauberten auf Burg Nideggen. Die Künstler imitieren die Stars mit eigener Note. Foto: Bruno Elberfeld
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Falco (Axel Herrig, links) und Freddy Mercury (Sascha Lien) präsentieren die Musik der 80er Jahre. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Die gespannte Ruhe vor dem Konzert war nicht von langer Dauer. Denn Falco alias Axel Herrig und Freddy Mercury, im Zivilleben unter Sascha Lien bekannt, rissen die Gäste der „Bühne unter Sternen“ schier von den Hockern, beziehungsweise Stühlen.

Viele Männer und Frauen, die vor der Bühne Platz genommen hatten, standen bald auf, suchten Stehplätze und machten sie zur Tanzfläche. Sehr schön anzusehen und mit Freude zu hören, wie die Freunde der Rockmusik selbstvergessen ihre Körper bewegten, dabei klatschten und die Texte mitsangen. Eine Erinnerung an die Musik der 80er Jahre, an die Zeit, in der Partykeller „in waren“ und auf die Musik von Falco und Queen abgerockt wurde.

Nun, Falco und der Frontmann von Queen, Freddy Mercury, weilen leider nicht mehr unter den Lebenden. Sie konnten aber – eine schöne Vorstellung – am letzten Tag der Burgfestspiele in Nideggen aus luftiger Höhe feststellen, dass ihre Musik sehr lebendig ist. Herrig und Lien schlüpften in die Gestalten der beiden berühmten Musiker, ohne sie bis ins letzte Detail zu imitieren. Sie brachten durchaus eigene Noten in die Show, interpretierten ihre Protagonisten jeder auf seine eigene Art.

Falco erschien meist in schwarzem Outfit, stolzierte steif über die Bretter, zeigte sich als der Coole und Geheimnisvolle. Freddy Mercury kam als das „Enfant terrible“ daher, verbreitete mit ungeheurer Dynamik gute Laune, war zu keiner Zeit im Stillstand-Modus. Wie denn auch, wurde er doch von den Instrumenten, dominiert vom riesigen Schlagzeug in der Mitte, angetrieben. Stand Falco gemäß seiner Rolle oft bewegungslos vor dem Mikro, so benutzte Freddy dieses Gerät in der Regel als Tanzpartner.

Die rockig-dynamische Musik

„Das ist wie früher“, sagte eine Frau, die offenbar Falcos und Freddys Lieder auswendig kannte. Alle Nachbarn wussten, was sie gemeint hatte: Die rockig-dynamische Musik, mal laut und dröhnend, dann wieder balladenhaft leise, besinnlich. Schwiegen die Stimmen, stellte sich ein Musiker neben sie und ließ seine Gitarre singen. Ausgezeichnete Solisten an allen Instrumenten versprühten eine mal leidenschaftliche Dramatik oder erzeugten mit leisen Tönen Melancholie.

Das Bunte auf der „Bühne unter Sternen“ wäre aber nicht perfekt gewesen ohne die tanzenden „Girls“ in ihren immer wieder neuen Kleidchen. Die Tänzer und Tänzerinnen leisteten Schwerstarbeit, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, den Musikern und dem Publikum zugetan. Erinnerungen an das eine oder andere Fernsehballett des letzten Jahrhunderts wurden wach.

„The Show Must Go On!“ – soll Freddy Mercury gesagt haben, als er sich von Queen abkoppelte. Das war kurz vor seinem Tod 1991. Mercury und Falco haben sich zu Lebzeiten nie getroffen, haben nie zusammen gearbeitet. Sascha Lien ließ diese Tatsache auf der Bühne anklingen, fand aber – ebenso wie sein Partner Axel Herrig – den bisher gelungenen Versuch spannend, beide Persönlichkeiten posthum gemeinsam auf der Bühne auftreten zu lassen. Der Untertitel des Konzerts „Falco meets Queen“ lautet „A Concert Made in Heaven!“ Die Besucher erlebten am letzten Tag auf der Nideggener Burgbühne einen Hauch dieses Ansinnens.

„We Will Rock You“

„We Are The Champions“, „We Will Rock You“, „Rock Me Amadeus“, „Der Kommissar“ – das sind nur einige Lieder, die die Männer und Frauen im Publikum aus dem Häuschen brachten. Bei einigen Songs standen Tod und Sterben im Mittelpunkt. „Who Wants To Live Forever?“, fragte Freddy Mercury. Falcos „Muss ich denn sterben, um zu leben?“, zielt in die gleiche Richtung.

Ein Konzertabend mit vielen Facetten, hier gewaltig, dort zart. Der Nideggener Bürgermeister Marco Schmuncamp hat alle drei Konzerte besucht. „Begeistert bin ich auch“, sagte Schmuncamp, „von der reibungslosen Zusammenarbeit meiner Stadt mit dem Kreis Düren auf Augenhöhe.“

Landrat Spelthahn, Schirmherr der Veranstaltung, und die Vorsitzende des Kulturausschusses des Kreises, Käthe Rolfink, versicherten, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun werden, damit die Festspiele auf der Burg Nideggen auch in den kommenden Jahren weitergehen.

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