Fahrradklima-Test: Eine glatte Sechs für zugeparkte Fahrradwege

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Auf der Kölnstraße wurde in dieser Woche ein neuer Schutzstreifen markiert. Foto: ja

Düren. Ein Lieferwagen fährt vor, stoppt, und schon ist der Radfahrerschutzstreifen blockiert. Der Radfahrer ist gezwungen, sich entweder in den fließenden Verkehr einzufädeln oder aber auf den Gehweg auszuweichen. Beides ist mit Gefahren verbunden.

Im aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) haben 43 Prozent der 332 Teilnehmer der Stadt Düren in diesem Punkt eine glatte Sechs verpasst, weil Falschparker so gut wie keine Repressalien zu fürchten haben.

Die mangelnde Falschparkerkontrolle auf Radwegen ist ein Grund, warum sich die Stadt im aktuellen Test im Vergleich zu 2014 nur geringfügig von 4,1 auf 4,0 verbessert hat und in der Rangliste der Städte zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern nur den 64. von 98 Plätzen belegt. Weiterhin kritisiert wird, dass Radfahrer an Baustellen meistens zum Absteigen und Schieben gezwungen werden (Note 4,7).

Es gibt Mieträder

Dass hingegen Kritik geübt wird, weil es in Düren keine Möglichkeit gebe, ein Fahrrad zu mieten (5,0), kann der städtische Fahrradbeauftragte Uwe Schmitz nicht nachvollziehen. Diese Einschätzung könne nur auf Unwissenheit beruhen, schließlich können im Fahrradparkhaus am Bahnhof Räder gemietet werden, erklärt er.

Schlechte Noten gab es beim Fahrradtest auch für die Breite der Radwege, die oft zu schmal seien (4,6), und für die Möglichkeit, Räder in Bussen mitzunehmen (4,5). Auch die Reinigung (4,2) und der Winterdienst (4,4) auf Radwegen lassen aus Sicht der Befragten noch zu wünschen übrig.

Lob gab es im Test hingegen für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad. Dieser Punkt wurde von den Teilnehmern der Studie mit 2,7 bewertet, dass die Ziele zügig erreichbar sind, mit 2,8, und die Beschilderung erhielt ein glattes „Befriedigend“.

Dass sich kaum geeignete Abstellanlagen finden (4,0), dürfte in Zukunft sicherlich nicht mehr kritisiert werden. Zusätzlich zur politisch heftig umstrittenen Fahrrad-abstellanlage an der Weierstraße wurde in der vergangenen Woche erst eine überdachte Anlage am neugestalteten Kölntorplatz errichtet.

Und – was die Radfahrer ebenfalls freuen wird – diese Woche wurde auf der Kölnstraße zwischen Hohenzollernstraße und Kreisverkehr Friedrich-Ebert-Platz ein mit 1,50 Metern ausreichend breiter Radfahrerschutzstreifen markiert, um die Sicherheit der bergauffahrenden Radfahrer zu erhöhen.

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