Fachgruppe Papier der IBCE tagt in Düren

Von: Fred Schröder
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Sammelten Erfahrungen und tauschten sie aus: Mitglieder der Fachgruppe Papier in der IGBCE tagten zwei Tage bei Kanzan in Düren. Foto: Fred Schröder

Düren. „Vor Ort bieten sich uns die Informationen aus erster Hand und wir können genauer erfahren, wo die Kolleginnen und Kollegen der Schuh drückt,“ sagt Peter Schuld (Hannover), der Fachgruppenvorsitzende Papier in der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IGBCE).

Dreimal jährlich tagt die Fachgruppe an Papierstandorten – querbeet in der Republik und in den Häusern der Papierhersteller verschiedenster Art. Zwei Tage beriet Peter Schuld diesmal mit rund zwei Dutzend IGBCE Funktionsträgern aus dem gesamten Bundesgebiet beim Dürener Spezialpapierhersteller Kanzan.

Strukturwandel

Die Informationen vor Ort schätzen die Gewerkschafter sehr wichtig ein. Denn in der Papierindustrie hat sich ein Strukturwandel vollzogen – insbesondere in der Herstellung von grafischen Papieren. Schuld: „Hier kam es zu Standortschließungen und Personalreduzierungen mit Sozialplänen“.

Erstmals nach langer Zeit, so wurde in der Dürener Tagung deutlich, geht es in der Papierindustrie wieder aufwärts. Ein Plus sei in allen Bereichen festzustellen, aber differenziert. Während bei den Herstellern grafischer Papiere die Erholung nur sehr langsam vor sich geht, ist im Bereich der Verpackungspapiere ein deutliches Plus festzustellen. Relativ konstant bleibt der Bereich der Hygienepapiere, „denn gesch… wird immer“, wie einer der Tagungsteilnehmer scherzhaft feststellte.

Eine durchwachsene bis gute Marktentwicklung glaubt die IGBCE bei den Herstellern von Spezialpapieren festzustellen. Lohnforderungen waren nicht das große Thema der Tagung bei Kanzan. „Unsere Abschlüsse passten in die Landschaft“, stellte Peter Schuld fest und verwies auf andere große Themen, vor denen sich die Gewerkschaften sehen.

Die Energiepreis-Thematik treibt schon seit Jahren die Industrie um, auch die demografische Entwicklung ist brisant. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter in der Papierindustrie liegt derzeit bei 46 Jahren. Und woher soll der Nachwuchs kommen? Da hoffen die Gewerkschafter auf das Ausbildungs-Engagement der Arbeitgeber und darauf, dass sich die Branche und ihre Berufe attraktiver machen. Dazu zähle man auch die Übernahmezusage für Auszubildende.

„Es wird immer mehr verlangt“

In der Region Düren, so die IGBCE-Aussage, bestehe in keinem Betrieb eine Übernahmegarantie. Ganz oben auf der Gewerkschaftsagenda stehen Arbeitsverdichtung und Arbeitsbelastung.

„Es wird immer mehr verlangt“, ist der Tenor. Seit 2000 sei die Produktion um 60 Prozent gestiegen, die Zahl der Arbeitsplätze allerdings habe um 20 Prozent abgenommen. Der Stressfaktor habe erheblich zugenommen. „Das macht sich im Anwachsen des Krankenstandes deutlich“.

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