Ex-Schulleiter wegen Untreue verurteilt

Von: -hp.
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Düren. „Was ist regulärer Unterricht?” Bei der Beantwortung dieser scheinbar einfachen Frage gehen die Meinungen auseinander. Das wurde am Donnerstag bei einer Sitzung des Dürener Schöffengerichts deutlich.

Dort hatte sich ein ehemaliger Schulleiter aus dem Kreis Düren wegen Betruges und Untreue zu verantworten. Ebenfalls auf der Anklagebank saß seine Ehefrau, die bis zur Pensionierung an derselben Schule als Lehrerin tätig war.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Ehepaar vor, in drei zurückliegenden Jahren dem Land Nordrhein-Westfalen einen Schaden vor rund 15.000 Euro zugefügt zu haben. Nach der Anklageschrift soll die Frau zwar die Besoldung für eine Vollzeitstelle kassiert, gleichwohl aber eindeutig weniger Unterrichtsstunden geleistet haben.

So habe die Frau in einem Schuljahr wöchentlich nur 22 statt 27 Stunden, im Folgejahr nur 19 statt 25 Stunden und ein Jahr später nur 24 statt 25 Stunden unterrichtet haben. Angesichts der Tatsache, dass der Schulleiter zugleich Ehemann der Frau war, drängt sich der Verdacht der Mauschelei auf. Aber beide beteuerten, die Frau hätte jeweils andere schulische Aufgaben übernommen. So habe sie unter anderem einen Töpferkurs abgehalten oder auch mit großem Erfolg Schüler auf Sportwettbewerbe auf Landesebene vorbereitet.

Nicht alles ist Unterricht, scheints<

Ein Beamter der Bezirksregierung erklärte jedoch, dass die Vorbereitung zu Wettkämpfen nicht als Unterricht zähle. Im übrigen wurden die so genannten Anrechnungsstunden auch anderen Lehrern gutgeschrieben. Zudem wurde bemängelt, dass Art und Umfang der angerechneten Stunden außerhalb des Stundenplanes nicht entsprechend dokumentiert worden ist.

Der Vorsitzende Richter Hans-Georg Wingen sprach von einer schwierigen Kiste, die juristisch möglicherweise beim Landgericht oder sogar beim Verwaltungsgericht zu klären sei. Vom Vorwurf des Betruges wurde das Lehrerehepaar freigesprochen.

Wegen Untreue verurteilte das Gericht den Ex-Schulleiter zu 90 Tagessätzen à 90 Euro. Er hatte offenbar mehrere Einkäufe auf Kosten der Schule abgerechnet, obwohl die Anschaffungen weder mit dem Schulbetrieb zu tun hatten, noch dort aufzufinden waren. Einen bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Heimtrainer hatte der ehemalige Rektor angeschafft, um ihn für einen geplanten Fitnessraum in der Schule zu benutzen.
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