EWV zieht bei Strompreisen nach: 10,8 Prozent mehr

Von: Udo Kals
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Stolberg. 26 Monate war bei der EWV Ruhe an der Strompreisfront. Doch jetzt reiht sich das mehrheitlich zum RWE-Konzern gehörende Unternehmen in die stattliche Riege der Versorger ein, die für den Saft aus der Steckdose deutlich mehr Geld vom Verbraucher sehen wollen als bislang.

Erhöhte etwa die Aachener Stawag zum Jahreswechsel die Tarife um gut sieben Prozent auf 24,37 Cent pro Kilowattstunde und der in Herzogenrath ansässige Versorger Enwor um zehn Prozent auf 25,57 Cent pro Kilowattstunde, zieht EWV nun nach: Zum 1. März steigt der Preis um 10,8 Prozent auf 23,04 Cent pro Kilowattstunde Strom (bisher: 20,80 Cent), wie das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage mitteilte.

Die erneuerbaren Energien sorgen für höhere Preise

Wie die anderen Stromversorger, macht auch die in Stolberg ansässige EWV vor allem die Erhöhung der Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG) für das Drehen an der Preisschraube verantwortlich. Mit einer Besonderheit: Das Unternehmen müsse nicht nur die zum Jahreswechsel fällig gewordene Erhöhung um 1,5 Cent pro Kilowattstunde auffangen, heißt es. „Seit der letzten Preiserhöhung der EWV im Januar 2009 hat sich die Belastung aus dem EEG gar um 2,66 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Über 15 Prozent dieser Erhöhung konnten wir durch günstige Einkaufskonditionen kompensieren”, sagt EWV-Sprecher Andreas Ihrig.

Dennoch erwartet die rund 90.000 Kunden in Aldenhoven, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Jülich, Linnich, Stolberg und Titz, die das Unternehmen mit Strom versorgt, ab März ein satter Aufschlag. Allerdings verweist Ihrig auf ein neues Ökostromprodukt der EWV, bei dem der Kunde weniger zahlen müsse als für den Grundversorgungstarif und dafür zu 100 Prozent Ökostrom erhalte.

Dass die neuerlich Preisrunde nach Meinung von Kritikern sachlich nicht gerechtfertigt ist, ficht Ihrig nicht an: „Die Belastung durch das EEG ist gestiegen. Daran führt kein Weg vorbei.” Davon lassen sich die Grünen in der Region nicht beirren und berufen sich auf ein aktuelles Gutachten. Tenor: Die Monopolisten RWE, Eon, Enbw und Vattenfall nutzten die höhere EEG-Umlage für nicht gerechtfertigte Tariferhöhungen. Dabei erhöhen laut Grünen-Chef Dr. Thomas Griese die RWE-dominierten Versorger wie Stadtwerke Düren (plus 14,5 Prozent) die Tarife stärker als rein kommunale Versorger wie die Stawag.

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