Düren - Evivo: Söhnke Hinz setzt auf Videostudium

Evivo: Söhnke Hinz setzt auf Videostudium

Von: Franz Sistemich
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Die intensive Vorbereitung mit
Die intensive Vorbereitung mit Videoanalyse am Schreibtisch gehört zum Alltag von Evivo-Trainer Söhnke Hinz wie die Arbeit mit den Spielern in der Arena Kreis Düren. Foto: Sistemich

Düren. Söhnke Hinz, könnte man vermuten, würde auf die Frage nach seinem Hauptarbeitsort antworten: „Die Arena Kreis Düren” Doch dem ist nicht unbedingt so: „Mindestens so viel Zeit wie in der Halle verbringe ich vor dem Laptop.”

Nun vergnügt sich der Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren nicht mit Spielen wie „Solitär” oder „Fifa12”. Aber Spiele stehen trotzdem im Mittelpunkt seines Schaffens: Zur Vorbereitung auf eine Bundesligabegegnung ist Videostudium des Gegners angesagt.

Unter anderem: Schließlich gilt es auch, Statistiken auszuwerten, die nackten Zahlen mit den Bildern des Pflichtspiels zu kombinieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Dabei hilft nicht nur der Klapprechner. Weiße Blätter und Buntstifte gehören ebenso zu den Arbeitsmaterialien von Söhnke Hinz und Co-Trainer Björn-Arne Alber.

Aber der Reihe nach: Jeder Bundesligist nimmt seine Meisterschaftsbegegnung in der Totalen auf. Spätestens 24 Stunden nach dem Abpfiff muss das Video auf einem bestimmten Server überspielt sein.

Jeder Verein hat Zugriff auf alle Partien. Gleichzeitig erfassen die Scouts der Teams ebenfalls auf einem Rechner jeden Spielzug der Partie. Bei Evivo ist dies David Jansen. In der Arena sitzt er in der obersten Reihe einer Kopfseite.

Ohne sich von der Atmosphäre in der Halle ablenken zu lassen, gibt er das Geschehen auf Feld per Tastendruck in den Rechner ein. Auf diese Daten kann sein Coach auf direkt zurückgreifen - so er will. Söhnke Hinz tut es: Manchmal wirft er einen Blick auf den Bildschirm seines Laptops, der auf einem Stuhl neben der „Trainerbank” steht: „Dann kann ich meinen subjektiven Eindruck mit den objektiven Zahlen vergleichen.”

Allerdings betont der Trainer auch: „Die Zahlen sind nur ein Hilfsmittel. Nicht mehr.” Einen Spielerwechsel beispielsweise würde Hinz nie nur aufgrund der Statistik vornehmen.

Aber weiter: Die Partie ist vorbei, der nächste Gegner wartet schon. Und deshalb studieren Hinz und Alber mindestens drei Spiele des Gegners per Video. Die statistischen Daten zu jedem Spiel stellen die Klubs einander per E-Mail zur Verfügung.

Diese Daten sind mit einer Zeitsignatur versehen. Statistik und Video werden kombiniert. Hinz kann nun anhand der Daten in Sekundenbruchteilen auf seinem Laptop bestimmte Spielzüge aufrufen: „Zu Zeiten der VHS-Kassetten war das eine wirklich mühselige Arbeit. Man musste vor- und zurückspulen, zeitintensiv die wichtigen Spielsituationen suchen.”

Papier und bunte Stifte liegen immer griffbereit neben dem Rechner. Da werden Angriffszüge aufgemalt, um zu erkennen, bei welcher Aufstellung welcher Angreifer nach welcher Annahme die meisten Bälle bekommt, in welche Richtung er sie schlägt.

Wenn Hinz und Alber den Gegner analysiert haben, dann haben sie zum einen zwei gut 20-minütige Filmchen, die sie ihren Spielern zeigen. Zu sehen sind mögliche klare Muster beim gegnerischen Zuspieler.

Gezeigt wird, ob Mittelblocker V eher spekuliert beim gegnerischen Angriff oder ob Mittelblocker W sich viel bewegt, zum Beispiel bei eigener Attacke. Diese und weitere Informationen für Dürens Spieler gibt es auch noch schriftlich.

Da heißt es beispielsweise bei Flatteraufschlägen , dass Spieler X zu meiden sei, das Annahmeakteur Y auf der rechten Seite schwach ist. Oder dass Außenangreifer Z die Bälle meistens diagonal schlägt.

So ausgestattet mit diesen und weiteren Infos gehen Evivos Spieler in eine Partie. Manchmal nutzen aber auch die besten Erkenntnisse nichts. „Es gibt Spieler, über die kannst du alles wissen, aber sie nur schwer stoppen.”

Christian Dünnes gehört zu ihnen. Oder Joao Jose. Der ist Kapitän des VfB Friedrichshafen. Und spielt Sonntag gegen Düren.
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