Evivo gegen Moers: Die vielleicht letzte Partie

Von: Franz Sistemich
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Auch wenn der Moerser SC keine Lizenz für die 1. und 2. Bundesliga beantragen wird, werden sich Dürens Annahmespezialisten Erik Mattson, AJ Nally und Steven Hunt wie im Hinspiel auf gefährliche Aufschläge einstellen müssen. Foto: Franz Sistemich

Düren. Der Volleyball-Bundesliga droht ein Aderlass: So scheint es zumindest. Die RWE Volleys Bottrop bekamen die Lizenz entzogen. Generali Haching könnte sich auf Abschiedstournee befinden, weil der Hauptsponsor seine vermutete Million auf Null Euro herunterschraubt. Und jetzt schockt der Moerser SC die Volleyball-Gemeinde: 500.000 Euro fehlen dem Klub, weil einige Sponsoren ihre Verträge gekündigt haben.

Außerdem ist MSC-Macher Günter Krivec der Auffassung, dass zukünftige Anforderungen der Deutschen Volleyball-Liga an die Clubs nicht zu finanzieren seien. Deshalb verkündigte Krivec jetzt: Der MSC wird sich nach Ablauf der Saison aus der Eliteklasse zurückziehen und auch nicht in der Zweiten Liga antreten.

Eben dieser MSC ist am Samstag ab 19.30 Uhr Gast bei Evivo. Das Hinspiel entschied Moers mit 3:0 für sich. Und eigentlich geht es Samstag um nichts mehr. Denn: Der Tabellenfünfte Evivo Düren hat den fünften Platz zwei Spieltage vor Abschluss der Hauptrunde sicher. Und dem Moerser SC ist der sechste Rang auch praktisch nicht mehr zu nehmen.

Dennoch wird Evivos Coach Michael Mücke seinen Spielern eintrichtern: „Ihr müsst voll konzentriert spielen, möglichst 100 Prozent und mehr geben.“ Evivos Volleyballer sind das ihren Fans und Sponsoren schuldig. Und schließlich waren Spiele gegen den Moerser SC in der Vergangenheit immer von einer speziellen Brisanz. Warum sollte das beim vermeintlich letzten Aufeinandertreffen anders sein?

Vor allem aber glaubt Michael Mücke der Ankündigung von Günter Krivec noch nicht: „Krivec ist ein Mann, der gerne was Außergewöhnliches macht“, sagt der Dürener Coach. „Deshalb weiß ich nicht, wie ernst ich das nehmen soll.“ Vielleicht, sinnierte der Trainer, sei die Rückzugsankündigung ein Schachzug, um die Mannschaft noch einmal zu motivieren. Vielleicht, überlegten andere Dürener, wolle Krivec mit seinem Szenario Sponsoren doch noch gewinnen oder auch die DVL unter Druck setzen. „Krivec“, sagt Mücke, „ist schon so lange im Geschäft, dass man mit allem rechnen muss.“

Angesichts der Pause wegen des Deutschen Pokalfinales in Halle kam dem Coach Karneval gerade recht. Seine Spieler fuhren Sonntag im Dürener Zug mit, hatten – vor allem die ausländischen Volleyballer, denen das rheinische Brauchtum bis dato fremd war -, ihren Spaß. Mit dem nötigen Ernst widmeten sie sich in dieser Woche dann wieder dem Training. Samstag gilt es, MSC-Diagonalangreifer Itamar Stein zu stoppen. Ihn bekamen die Dürener am Niederrhein nie in den Griff. Optimistisch sieht Michael Mücke dennoch der Partie entgegen: „Wenn wir unsere Angriffe durchbringen und geduldig auf Extrapunkte warten, dann ist der Sieg unser.“

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