Düren - Evivo-Fans honorieren den Kampfgeist

Evivo-Fans honorieren den Kampfgeist

Von: Franz Sistemich
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Das Duell der Volleyballer mit dem Vornamen Sebastian endete mit einem Sieg des Friedrichshafener Spielers: Sebastian Krause schmetterte an Sebastian Gevert vorbei. Foto: Sistemich

Düren. Sie haben das entscheidende dritte Viertelfinalspiel der Play-off-Runde erzwingen wollen. Es ist ihnen nicht gelungen. Seit Samstag, 20.56 Uhr, ist die Bundesligasaison für die Volleyballer von Evivo Düren beendet. Denn: Der VfB Friedrichshafen war wie im Hinspiel zu stark. 25:19, 25:20, 25:18 besiegten die „Häfler“ die Gastgeber und qualifizierten sich vorzeitig für das Halbfinale gegen Generali Haching.

Doch in der Arena Kreis Düren herrschte nach dem 75. Punkt der Friedrichshafener keine Totenstille. Die rund 2000 Fans, die während des Spiels immer wieder lautstark ihre Mannschaft angefeuert hatten, verwandelten die Arena auch bei den letzten Ballwechseln in ein Tollhaus. Minuten vor Spiel-ende hatten sich bereits alle Zuschauer von ihren Sitzen erhoben. Mit Applaus und Gesang honorierten sie Leidenschaft und Kampfgeist des Teams nicht nur in diesem Spiel, sondern über die ganze Saison hinweg.

Die Mannschaft bedankte sich mit einem Banner für die Unterstützung der Fans in allen Partien. Gerade in diesem zweiten Viertelfinalspiel war sie besonders nötig; denn: Evivo musste auf seinen Libero Blair Bann verzichten. Der Kanadier, der zu einem ausländischen Klub wechselt, hatte sich im Abschlusstraining eine Bänderverletzung zugezogen. „Zuerst hoffte ich noch, dass er doch spielen könnte, als ich ihn aber am Samstag auf Krücken kommen sah, war ich konsterniert“, sagte Trainer Michael Mücke.

Und nicht nur er: „Blairs kurzfristiger Ausfall hat uns schon geschockt“, gestand Georg Klein. Der Mittelblocker, dessen Vertrag bei Evivo wie der aller anderen Spieler ausläuft, sagte aber auch: „Wir haben das Beste aus dieser Situation gemacht.“ Nur reichte das Beste an diesem Abend nicht. Die Fans schöpften zwar Hoffnung, als Evivo 8:4 in Führung ging, aber die Annahme, in der Dennis Deroey auf den Liberoposten wechseln musste, schwächelte unter dem Druck der gegnerischen Aufschläge.

„Die Fehlerkette setzte sich im Verlauf des Spiels bis in den Angriff fort“, schilderte Michael Mücke. Folglich blieben die Angreifer Dürens häufiger als ihnen lieb war an Block oder Feldabwehr der Friedrichshafener hängen. Evivos Diagonalangreifer Sebastian Gevert war im Angriff praktisch auf sich alleine gestellt, während VfB-Zuspieler Juray Zlatko nach einer stabilen Annahme die Qual der Wahl hatte und ein variantenreiches Angriffsspiel aufzog.

So drehte der VfB schnell den ersten Satz, dominierte den zweiten und ließ sich auch von einem 6:11-Rückstand im dritten nicht beeindrucken: Düren gelangen nur noch sieben Punkte, dem VfB dagegen 19.

„Wir haben streckenweise sehr gut gespielt“, resümierte Dürens Coach. „Aber dann kamen wir immer wieder aus dem Tritt und haben uns davon nicht erholt, zumal der VfB am Samstag die beste Leistung in den fünf Partien gegen uns gezeigt hat“, fuhr Mücke fort.

Dennoch überwog bei den Spielern und dem Trainer nach der kurzen Enttäuschung über die deutliche Niederlage die Freude über eine Saison, „in der wir alle unsere Ziele erreicht haben“, wie Mücke es formulierte: „Wir haben uns direkt für die Play-off-Runde qualifiziert, haben im Pokal den VfB bezwungen und haben wieder den Spaß am Volleyball in die Arena gebracht.“

So sah auch Mannschaftskapitän Jaromir Zachrich angesichts der leidenschaftlichen Vorstellung Evivos einen „würdigen Abschluss“ dieser Saison: „Wir haben den Volleyball gespielt, den Düren ausmacht: mit Emotionen, mit Kampfgeist, mit Freude an der Sportart. Das ist die Art, die unsere Fans lieben.“

Welche Art Volleyball in der kommenden Saison zu sehen sein wird, hängt vom neuen Kader ab. Evivo Düren knabbert nach eigenen Angaben immer noch an den finanziellen Folgen der beiden Champions League-Zeiten. Der Spielraum ist folglich klein. Bei anderen Klubs könnten die Spieler mehr verdienen. „Die Verhandlungen werden zäh sein“, sagte Hallensprecher Helmut Schmitz bei der Verabschiedung des Teams. Und Trainer Michael Mücke sagte: „Kann ich es einem Spieler verdenken, dass er wechselt, wenn er anderswo mehr verdienen kann?“

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